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Foto: Thelen

BILD im Krankenhaus 
der verwundeten Kinder

Tripoli, Libanon, 85 km nördlich von Beirut, am Mittelmeer, 2900 Jahre alt.

Im Altstadt-Suk duftet es nach Olivenseife, handgemacht. Nur wenige Kilometer entfernt, im Krankenhaus der verwundeten Kinder riecht es nach Desinfektionsmittel – und nach offenen Wunden.

Der Arzt, der Tag für Tag die tiefen Kriegswunden syrischer Flüchtlinge behandelt sagt: „Es sind nicht meine Hände, die die Arbeit machen. Es ist Gott in meinen Händen.“

Tripoli, drei Stadtteile, daher der Name („Drei Städte“). Palmen und Beton.

Tausende Menschen haben sich aus dem Bürgerkrieg in Syrien hierher geflüchtet, viele sind verwundet. Revolutionäre – und viele, viele Kinder. Sie sind Opfer eines Krieges, mit dem sie nichts zu tun haben.

Wir treffen Shadidud und Amahesh, beide sind 16, beide sitzen im Rollstuhl, von der Hüfte ab gelähmt. Amahesh zieht sein T-Shirt hoch. Neun zentimetertiefe Narbenlöcher sind in seinen Rücken gestanzt.

„Ein Panzer hat auf mich geschossen, als ich in Homs gerade nach Hause ging“, erzählt Amahesh. Die Truppen von Diktator Assad haben dort ganze Stadtteile eingeäschert. „Neun Kugeln haben mich getroffen“, sagt er. Zwei Stunden lag er blutend auf der Straße, bis jemand ihn endlich wegtragen konnte.

Die Kugeln durchtrennten Amaheshs Rückgrat. Sein Freund Shadidud zeigt eine Narbe auf seiner Brust. Ein Scharfschütze hatte auf ihn gezielt und abgedrückt, als er auf der Straße spielte. Auch ihm zersplitterte die Kugel die Wirbelsäule. Amahesh dreht sich um. Wir sehen die Narbe auf seinem Rücken.

In einem zweiten Krankenhaus der Stadt liegen die Geschwister Mustafa (2), Fatma (3) und Shams (7). Vor vier Monaten war eine Granate der Assad-Truppen in ihr Haus eingeschlagen. Der Vater – tot, die Geschwister schwer verletzt. Jetzt kauern sie gemeinsam in einem Bett. Sie weinen nicht, sie sind nur still.

Im Brutkasten einer Klinik liegt das Mädchen Rayan, geboren am 25. September, drei Wochen zu früh und als Halbwaise – Rayans Vater wurde an einem Checkpoint per Kopfschuss hingerichtet. Assads Truppen hatten ihn für einen Kämpfer der Revolution gehalten.

Leid, Elend, Schrecken des Krieges sind in Tripoli vereint. Aber eben auch Hoffnung auf Genesung, Hilfe und – am Ende – auch auf Frieden in dieser so lange schon umkämpften Region.

Viele der Kinder, die in den Krankenhäusern von Tripoli liegen, wären tot ohne die mutigen Ärzte vor Ort: Nachts schmuggeln sie Medikamente hinein nach Syrien, operieren in Kellern und in Küchen, stillen Blutungen, amputieren.

„Eigentlich war ich Orthopäde, jetzt bin ich Kriegschirurg“, sagt mir einer von ihnen. „So sind die Zeiten.“

Um die Arbeit der mutigen Ärzte zu unterstützen, wollen BILD, „Ein Herz für Kinder“ und „Human Plus“ helfen – mit Medikamenten, mit Verbandsmaterial, mit Geld für aufwendige Operationen, die den verletzten Kindern ein besseres, schmerzfreieres Leben ermöglichen. Dazu gehört auch ein Impfprogramm für Kinder. Die Flüchtlingskinder sind durch die Flucht aus Syrien nicht geimpft und sehr anfällig für Krankheiten, die in den Flüchtlingslagern entstehen/grassieren. Durch eine Impfung können 90 Prozent aller Krankheiten verhindert werden.

Durch das Präventionsprogramm, dass die BILD-Hilfsorganisation unterstützt, konnten bereits fast 800 Kinder geimpft werden.!

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