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„Ein Herz für Kinder“ trauert um Bartosz (†4)

Bis zum Schluss haben die Eltern gehofft und gekämpft. Doch bevor für den kleinen Jungen aus Polen ein Spenderorgan gefunden werden konnte, verlor Bartosz (†4) den Kampf um sein Leben.

Rückblick: Gleich nach der Geburt 2008 stellten die Ärzte in Krakau fest, dass Bartosz's Aorta stark verengt ist und die zugehörige Aortenklappe nicht richtig arbeitet. Er wurde sofort operiert, kurz danach war ein zweiter Eingriff notwendig.

In den ersten beiden Lebensjahren nach der Operation entwickelte sich Bartosz zunächst normal und holte den Rückstand zu seinem Zwillingsbruder Szymon auf.

Im Juli 2010 der schwere Rückfall: Nach dem Sommerurlaub bricht Bartosz zusammen, läuft blau an, erbricht sich und bekommt Krampfanfälle. Im Morgengrauen wird er per Rettungsdienst in eine Krakauer Klinik gebracht. Bartosz‘ Mutter Iga (38): „Dort stellte sich heraus, dass unser Kind eine schwere Kreislaufinsufftzienz hatte und dass man für ihn eigentlich nicht mehr viel machen kann! Nach drei Wochen wurden wir vom Krankenłraus entlassen, eigentlich ohne eine weitere Vorgehensweise für die Behandlung unseres Sohnes.“

Aus Angst um das Leben ihres Sohnes wendet sich die Mutter an Herzspezialist Prof. Malec vom Uniklinikum München, der sich sofort bereit erklärt, Bartosz zu operieren. Durch Komplikationen bei der Herzkathederuntersuchung muss der kleine Junge mehr als acht Wochen auf der Intensivstation betreut werden. Eine Herz-Lungen-Maschine hält ihn am Leben. Prof. Malec gelingt es, die defekte Aortenklappe wiederherzustellen und den verengten Abflusstrakt der lnken Herzkammer zu erweitern.

Mit Erfolg: Bartosz' Zustand verbessert sich von Tag zu Tag. Noch vor Weihnachten kann er mit seiner Familie nach Hause zurück kehren. Die Eltern verbringen mit ihren Söhnen unbeschwerte Tage in der Tatra und am Meer.

Doch dann der Schock: Bei einer Kontrolluntersuchung im April 2011 stellen die Ärzte in Polen fest, dass sich der Lungenhochdruck wieder verstärkt hat, weil sich die Pumpleistung des Herzen verschlechert hat. Die Eltern verzweifelt: „Wir haben gehofft, dass alles noch mal normal sein wird und dass Batosz irgendwann mal wieder seinen Bruder in der Entwicklung aufholt. Aber wir sind doch nie mehr zur Ruhe gekommen, und auch das kleine Herz unseren Söhnchens hat sich nicht gebessert. Bartosz verlor wieder seine Kräfte. Sein Zustand war sehr ernst.“

Wieder wenden sich die Eltern an Professor Malec vom Uniklinikum München, der schon einmal das Leben ihres Sohnes gerettet hat. Seine niederschmetternde Diagnose: Jede weitere Operation würde den Zustand von Bartosz nur kurzfristig verbessern. Seine einzige, letzte Chance: die Transplantation eines neuen Herzens.

Das Problem: Normalerweise werden Kinder wie Bartosz – mit pulmonaler Hypertonie – gleichzeitig für die Herz- und Lungentransplantation empfohlen, aber der Junge ist dafür noch zu klein. „Dazu kommt die schreckliche Tatsache, dass in Polen 2011 nicht einmal eine einzige Herztransplantation bei einem Kind unter 5 Jahren durchgeführt wurde“, sagt Mutter Iga. Wieder nehmen die Eltern Kontakt mit den deutschen Ärzten auf, die mit Bartosz' Krankheitsverlauf vertraut sind.

Bartosz soll auf die Liste für Spenderorgane gesetzt werden. Parallel setzen sich die Eltern auch mit „Ein Herz für Kinder“ in Verbindung und bitten um Unterstützung.

„Ein Herz für Kinder“ sagt sofort finanzielle Unterstützung für die Transplantationskosten zu.

Während die Familie auf passende Spenderorgane wartet, verschlechtert sich der Zustand von Bartosz dramatisch. Er stirbt, die Ärzte können ihn nicht mehr retten.

Zurück bleibt ein Meer aus Tränen und die Erinnerung an einen tapferen Jungen, der uns viel zu früh verlassen hat.

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