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Gute Nachrichten zum Beginn des Jahres 2013: 217 Kinder in Cittagong gerettet

Ärzte, die mitten im Elend helfen

Chittagong In Chittagong leben tausende Kinder ohne Zukunft, ohne Strom, ohne Schulbildung und medizinische Versorgung.

Bangladesch ist mit 150 Millionen Einwohnern das am dichtesten besiedelte Land der Erde, gleichzeitig das drittärmste - 36 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.

Ein Großteil der Bevölkerung, besonders der Kinder ist unterernährt. 42,7 Prozent der Kinder unter 5 Jahren sind untergewichtig, in den urbanen Slums sind es sogar mehr als 50 Prozent. 73 von 1000 Kindern sterben vor ihrem fünften Geburtstag – im Vergleich dazu sind es in Deutschland 5 von 1000.

Chittagong liegt im Südosten von Bangladesch. Es ist die zweitgrößte Stadt des Landes. Hier leben über 2,5 Millionen Menschen, viele von ihnen unterhalb der Armutsgrenze. Sie sind vor den Überschwemmungen oder Dürrekatastrophen der ohnehin armen ländlichen Gebiete in die Stadt geflohen, auf der Suche nach Arbeit. In den urbanen Slums dieser Stadt leben Tausende von Menschen dichtgedrängt in einfachsten Hütten ohne ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser oder Latrinen. Die soziale Not ist groß in diesen Gebieten. Väter arbeiten als Tagelöhner ohne soziale Sicherung.

Die Menschen in Chittagong leiden unter den schlimmsten Lebensbedingungen. Sie leben in kleinen Hütten, die aus Bambus und kaputtem Wellblech gebaut werden. Die Kinder sind den unhygienischen Bedingungen und Krankheiten in den Slums ausgesetzt. Zahlreiche soziale Probleme verschärfen die Lebensbedingungen dramatisch: Zwangsheirat (dies betrifft sogar Kinder), Gewalt gegen Frauen, Scheidung nach Sharia, Polygamie, Nahrungsmittelknappheit, etc. Die Zahl der Frauen, die von ihren Männern verlassen wurden und für ihre Kinder allein sorgen müssen, steigt.

Allein gelassen von ihren Männern müssen viele Frauen den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder selbst verdienen. In dieser Situation bleibt ihnen oft nichts anderes übrig als ihre kleineren Kinder in der Obhut von älteren Geschwistern zurück zu lassen, während sie selbst in einer Textilfabrik oder auf dem Fischmarkt arbeiten.

Statt Urlaub in teuren Hotels zu machen, behandeln die „Ärzte für die Dritte Welt“ in ihrer freien Zeit hunderte von Patienten jeden Tag in den Slums, ohne dafür Geld zu nehmen. Ihre Flugtickets nach Bangladesch bezahlen sie zur Hälfte selbst. Dr. Maria Furtwängler arbeitete selbst 1995 in Nairobi/Kenia erstmalig als Ärztin für „Ärzte für die Dritte Welt“ und steht seitdem mit ganzem Herzen hinter der Aktion, die auch von „Ein Herz für Kinder“ unterstützt wird.

In Chittagong errichteten die „Ärzte für die Dritte Welt“ ein Community-based Center (CbC) mit dem Ziel, die unterernährten Kinder des Slumgebietes zu versorgen, kranke Kinder zu behandeln, Mütter zu beraten, ihnen Schulungen anzubieten und sie zu begleiten. Die Beratung beginnt bereits in der Schwangerschaft, um die werdenden Mütter gut auf das Neugeborene vorzubereiten und die Bedeutung des Stillens zu unterstreichen.

Um das Problem der Unterernährung nachhaltig anzugehen, müssen neben den Müttern auch andere Bezugspersonen (Väter, Schwiegermütter) und Gemeindevertreter über die Konsequenzen von Unterernährung für die gesamte Entwicklung des Kindes aufgeklärt werden.

Das Team des CbC arbeitet montags bis samstags mitten im Slum, damit es für die Menschen erreichbar und ansprechbar bleibt. Von Februar bis Dezember 2012 wurden insgesamt 217 unterernährte Kinder versorgt. Zusätzlich zur Behandlung unterernährter Kinder bietet das Zentrum eine regelmäßige ärztliche Sprechstunde für Kinder an, dabei geht es um Prävention, Behandlung von Krankheiten und Beratung. Diese Sprechstunde wird vom deutschen Arzt angeboten, die Behandlung einschließlich Medikamente ist für die kleinen Patienten kostenlos. Bisher haben rund 1000 Kinder diese Möglichkeit in Anspruch genommen.

Hier hilft
„Ein Herz für Kinder“

Die Idee

1978 rief Verleger Axel Springer "Ein Herz für Kinder" ins Leben. Wie vor mehr als drei Jahrzehnten alles begann...
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