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Keine Ärzte, keine Medizin, Hunderte sind noch verschüttet

BILD bei den vergessenen Kindern von Sumatra

Im Krankenhaus von Pariaman: Der Arm der vierjährigen Winda wurde zertrümmert, sie schreit vor Schmerzen Im Krankenhaus von Pariaman: Der Arm der vierjährigen Winda wurde zertrümmert, sie schreit vor Schmerzen

In den Augen und Schreien der Kinder ist noch immer das hilflose Entsetzen der bebenden Erde ...

Tage nach dem verheerenden Erdbeben auf Sumatra (Indonesien, mindestens 603 Tote, 960 Vermisste). Noch immer warten Tausende Menschen in den Hügeln, in dichten Tropenwäldern nördlich der Stadt Padang, auf Hilfe. Der Regen ist so dicht, dass kaum ein Hilfstransport in die entlegenen Dörfer vordringt. Aber diese Dörfer sind am schlimmsten betroffen.

Hier sehen wir die vergessenen Opfer der Katastrophe, so viele sind Kinder.

Unter den Trümmern liegen wahrscheinlich noch Tausende Menschen“, sagt ein Feuerwehrmann. „Wir können ihnen nicht mehr helfen.“

Wir halten vor einem schiefen Haus an der Straße. In den Wänden Risse vom Beben. Auf der Veranda, die nur durch Planen vorm Regen geschützt ist, liegen Bruder und Schwester, drei und vier Jahre alt. Ihre Beine sind gebrochen und nur mit Bambusrohren geschient. Sie müssen ins Krankenhaus, aber es gibt keine Krankenwagen. Schwarze Fliegenschwärme hängen über ihrem Lager.

Im Krankenhaus von Pariaman liegt Winda (4). Das Krankenhaus - das sind verwinkelte, überfüllte Gänge, in denen feuchte Hitze steht. Patienten liegen auf dem Boden. Windas Schreie hallen über den Flur. Ihr linker Arm ist zertrümmert. Ihre Mutter fächert ihr Luft mit einem Stück Pappe zu.

„Sie wurde von einer einstürzenden Wand verschüttet", erzählt die Mutter. „Wir haben sie mit unseren Händen ausgegraben. Sie lebt, aber sie hat große Schmerzen.“

Es gibt nicht genügend Medikamente, um Windas Schmerzen zu stillen. 60 Kilometer entfernt stehen Hilfslieferungen auf dem Flughafen, aber sie erreichen Winda nicht. Eine Schwester wischt dem Mädchen mit einem kühlen Lappen über die Stirn.

Nebenan hält eine Frau ihre Tochter im Arm. Ardika heißt sie, zwei Jahre alt. Ihr Zuhause gibt es nicht mehr. Ihr rechtes Auge ist blau zugeschwollen. Still blickt sie uns an. „Jemand muss uns helfen", sagt ihre Mutter. „Wir haben nichts mehr."

Stunden später halten wir in einem Dorf, in dem fast alle Häuser eingestürzt sind. Ein Junge stapft durch die Trümmer, während die Eltern im Schatten sitzen. Die Kinder suchen immer weiter ...

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