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Najlas Weg zurück ins Leben – Ein Herz für Kinder
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Najla mit ihrer Mama nach der OP. Behutsam versucht das Mädchen aus Bosnien, laufen zu lernen.

Bayern

Najlas Weg zurück ins Leben

Vorsichtig klammert sich Najla (6) an die Griffe des Kinderwagens, setzt ein Bein vor das andere. Eineinhalb Schritte schafft sie, dann fängt Mama Elma (32) sie auf. Mutter und Tochter strahlen sich an, umarmen sich. Denn beide wissen: Diese eineinhalb Schritte eben waren ein kleines Wunder.

Bosnische Ärzte hatten prophezeit, dass Najla niemals laufen können wird. Dank eines deutschen Chirurgen und BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ sind diese düsteren Aussichten Vergangenheit.

Doch von vorn.

Najlas Geschichte, sie ist kaum zu ertragen: Im September 2011 kommen sie und ihre Zwillingsschwester Enela in Sarajewo (Bosnien-Herzegowina) gesund zu Welt.

An einem kühlen Wintertag im Januar 2012 muss Mutter Elma zum Amt, um Kindergeld zu beantragen, Vater Emir* (32) bleibt erstmals alleine mit den vier Monate alten Babys zu Hause.

Najla (l.) mit ihrer Zwillingsschwester Enela. Der Vater ließ die Babys auf den Boden fallen. Enela starb, Najla erlitt schwere Schäden

„Es war 13.13 Uhr, als er mich anrief”, erinnert sich Elma, die vor den Kindern als Kriminalistin arbeitete. „Er sagte, Enela sei tot. Ich raste nach Hause, Najla lag schwer verletzt auf der Couch, Enela war schon ganz kalt. Mein Freund hatte getrunken, ihm waren beide Babys aus dem Arm gerutscht und mit ihren Köpfen auf den Boden geknallt.“

Die Eltern bringen ihre Babys in die Klinik – für Enela kommt jede Hilfe zu spät. Najla hat ein schweres Schädelhirntrauma, hohes Fieber, fällt einen Tag später ins Koma. Erst nach zwei Wochen erwacht das Mädchen, doch es ist klar, dass sie schwere Schäden davon tragen und im Rollstuhl sitzen wird.

Ihre Sehnen und Muskeln an beiden Beinen sind verkürzt, neben der infantilen Zerebralparese (Kinderlähmung) leidet Najla unter Epilepsie, benötigt Pflege rund um die Uhr.

Das ist Vater Emir offenbar zu viel: Er packt seine Sachen, taucht ab – und meldet sich nicht mehr bei Elma und Najla, lässt seine Familie im Stich. „Er wurde nie für seinen Fehler zur Rechenschaft gezogen, ich hatte kein Geld, um mir einen Anwalt zu leisten, und die Polizei hat den Fall nicht verfolgt”, sagt Elma.

Das Problem: „In Bosnien gibt es weder Betreuungsmöglichkeiten für behinderte Kinder noch Physiotherapieplätze“, erklärt sie. „Ich bin zu meinen Eltern aufs Land gezogen, doch dort gibt es keine Arbeit für mich, ich lebe von 231 Euro im Monat.“

Im Laufe der Jahre wird Elma klar, dass ihre Tochter geistig ziemlich fit ist. „Aber das macht es fast noch schlimmer“, sagt Elma, „dass sie im Kopf ein ganz normales kleines Mädchen ist, das eigentlich über Wiesen und durch Wälder rennen will, aber selbst immer schmerzlicher begreift, dass sie das nicht kann.“

Ein erster Lichtblick: Im Sommer 2016 organisiert Elmas Tante einen Therapieplatz für Najla in Deutschland, lernt im Sozialpädiatrischem Zentrum Weiden (Bayern) durch Zufall Professor Walter Strobl (55) kennen, der sich anbietet, Najla zu operieren.

Der Neuroorthopäde des Krankenhauses Rummelsberg (Sana Kliniken AG) verzichtet auf sein privatärztliches Honorar – dennoch fallen für die aufwendige OP und die Versorgung mit Orthesen Kosten im fünfstelligen Bereich an.

An dieser Stelle wäre die Geschichte zu Ende, gäbe es Tina Braun (54) nicht.

Die Erzieherin arbeitet in dem Frauenhaus, in dem Najla und ihre Mutter eigentlich untergebracht werden sollten. „Unsere Einrichtung war leider komplett voll“, sagt Tina Braun.

„Ich habe nicht lange überlegt, zwei meiner drei Kinder sind schon aus dem Haus, wir haben genug Platz, also haben wir die beiden bei uns aufgenommen. Als ich von der möglichen OP hörte, begann ich Spenden zu sammeln, im Freundes- und Bekanntenkreis, über Stiftungen und Vereine.“

Auch „Ein Herz für Kinder“ unterstützt den Eingriff finanziell – im Mai 2017 konnte die Operation stattfinden, alles lief nach Plan.

„Wir sind gerade vermutlich so glücklich wie nie zuvor“, sagt Elma, „Najla hat noch einen weiten Weg vor sich, aber diese Operation war der Beginn unseres Happy Ends.“

Und Mutter und Tochter bleibt das Glück hold. Inzwischen sind die beiden zurück in Deutschland, Elma hat Arbeit als Altenpflegerin begonnen, spricht schon gut deutsch. Und Najla besucht seit Anfang des Jahres eine schulvorbereitende Einrichtung und arbeitet regelmäßig mit Physiotherapeuten, um ihrer Mama bald in die Arme laufen zu können. Sogar eine eigene kleine, barrierefreie Wohnung konnte Familienhelferin Tina Braun für Najla und ihre Mutter finden.

Wir drücken alle Daumen, dass Najlas Wünsche weiter in Erfüllung gehen.

 

 

 

*Name geändert

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