„5 Euro oder 1 Million, jede Spende hilft“!

Dieser Abend ist für ihn etwas ganz Besonderes, eine Herzensangelegenheit. Denn es geht um Kinder! „Ein Herz für Kinder“-Moderator Johannes B. Kerner (50) sprach mit BILD über Spenden, Schamgrenzen und die Hilfsbereitschaft seiner Kinder.

BILD: Herr Kerner, Sie moderieren zum 3. Mal die große ,Ein Herz für Kinder‘-Gala …

Johannes B. Kerner: „Um mich geht es ja gar nicht. Die Gala gehört den Kindern. Meine Aufgabe ist es, ihnen ein Gerüst zu bauen, auf dem sie dann klettern und toben können. Ich muss nur aufpassen, dass keins von ihnen runterfällt.“

BILD: Mit Klettergerüsten kennen Sie sich als vierfacher Vater sicher aus …

Kerner: „Stimmt – und auch mit Stürzen. Aber ob als Vater oder als Moderator, es gilt dieselbe Regel: So etwas macht man entweder ganz oder gar nicht, mit halben Herzen funktioniert das nicht.“

BILD: Wenn es um Geld für ,Ein Herz für Kinder‘ geht, können Sie ja regelrecht aufdringlich werden …

Kerner: „Für die gute Sache reiße ich alle Schamgrenzen nieder, die ich noch habe. Ich entschuldige mich jetzt schon, weil ich wieder ein paar Leute aus dem Publikum anhauen werde. Aber für die Kinder bin ich mir so ziemlich für nichts zu schade.“

Im Oktober besuchte der Moderator Peru, um auf Kinderarmut aufmerksam zu machen (Foto: Thomas Henk Henkel)
Im Oktober besuchte der Moderator Peru, um auf Kinderarmut aufmerksam zu machen (Foto: Thomas Henk Henkel)

BILD: Wie hoch muss denn die Mindestspende sein, um bei Ihnen nicht in Ungnade zu fallen?

Kerner: „Es gibt keine zu kleinen Spenden – aber natürlich auch kein Limit nach oben. Ob 5 Euro oder eine Million – jede Spende ist wichtig. Ich habe ja selbst ein paarmal am Spendentelefon gesessen und war immer beeindruckt, welche Geschichten die Menschen erzählen – das geht vom Taschengeld übers Erbe bis zum wirklich vom Munde abgesparten Notgroschen. Die von uns gezeigten Schicksale der Kinder bewegen wirklich Millionen TV-Zuschauer.“

BILD: Stichwort Taschengeld – müssen Ihre Kinder eigentlich im Haushalt helfen oder arbeiten, um ihr Taschengeld zu verdienen?

Kerner: „Helfen versteht sich ja wohl von selbst! Aber arbeiten? Ich habe als Jugendlicher auch immer stolz gesagt ,Ich arbeite‘. Aber das ist ja weder zum Lebensunterhalt, noch schwere körperliche Arbeit, sondern Taschengeld-Aufbesserung.“

BILD: Wo haben Sie denn gejobbt?

Kerner: „Z.B. in einem Jeanslager, es gab 5 D-Mark die Stunde. Später in einer Eisdiele und bei Burger King, für immerhin 7,50 Mark. Allerdings wurde ich da nach nur drei Wochen gefeuert. Die Kündigung habe ich heute noch – angeblich hatte ich mich nicht an Arbeitszeiten gehalten. Egal, ich hatte eh keine Lust mehr.“

BILD: Gerade haben Sie sich selbst vor Ort ein Bild über die Situation von Kindern in Peru gemacht, die, statt zur Schule zu gehen, bis zu 12 Stunden am Tag in Ziegeleien schuften – das hat Sie nachhaltig berührt …

Kerner: „Ja. Wir können die Welt nicht auf den Kopf stellen, auch wenn wir es wirklich wollen. Aber: Diese schwer schuftenden Kinder haben uns nicht fragend, schon gar nicht vorwurfsvoll angesehen. Dieser Gleichmut war für mich das eigentlich Dramatische: Die 4- bis 6-jährigen Mädchen und Jungen kennen nichts anderes. Was für uns erschreckend ist, ist für sie Alltag. Und das in der bedrückendsten Bedeutung des Wortes. Alle Tage. Für immer. Da sollten, nein, da müssen wir helfen!“

BILD: Wissen Ihre Kinder eigentlich, wie gut sie es haben?

Kerner: „Ich hoffe es. Gerade haben sie ihre Schränke aussortiert – und das war ganz allein ihre Idee! Auf einmal standen sie vor meiner Frau und mir und sagten, dass sie möchten, dass wir die Sachen zu den Flüchtlingen fahren. Das hat mich glücklich gemacht. Da scheint in der Erziehung ja was richtig gelaufen zu sein.“

„Ein Herz für Kinder“

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