Jedes vierte Kind durch fehlende Nahrung unterentwickelt

Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat größere Anstrengungen im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung gefordert.

Im vergangenen Jahr hungerten auf der Erde 870 Millionen Menschen, wie aus dem in Rom veröffentlichten FAO-Jahresbericht hervorgeht. Zwei Milliarden Menschen sind demnach von Mangelernährung betroffen. Jedes vierte Kind unter fünf Jahren sei in der Entwicklung gehemmt, fast ein Drittel dieser Altersgruppe leide unter einem Mangel an Vitamin A, so der Bericht. Zugleich sind laut den Experten 1,4 Milliarden Menschen übergewichtig, eine halbe Milliarde von ihnen fettleibig.

Als besonders alarmierend bewerten die Forscher die Lage von schwangeren Frauen und von Neugeborenen. Die Ernährungssituation in den ersten 1000 Tagen nach Beginn einer Schwangerschaft sei entscheidend für die spätere Entwicklung von Mutter und Kind. Bei einer Unterversorgung drohten lebenslange Schäden. Die weltweiten Kosten durch die von Mangel- und Fehlernährung verursachten Gesundheitsausgaben und Einbußen bei der Produktivität beziffern die Forscher mit 3,5 Billionen US-Dollar; das entspreche fünf Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts oder der gesamten Wirtschaftsleistung Deutschlands.

Zur Verbesserung der Situation fordert die FAO unter anderem mehr Forschung und Investitionen, um die Produktion von Lebensmitteln in den betroffenen Gebieten zu steigern. Dies betreffe nicht nur die Ernte von Mais, Weizen und Reis, sondern auch den Anbau von Gemüse sowie die Milch- und Fleischproduktion. Außerdem kritisierte die UN-Organisation, dass jährlich ein Drittel der Weltproduktion an Lebensmitteln verschwendet oder vernichtet werde. Weiter forderten die Forscher die Verantwortlichen auf, das Bewusstsein für gesunde Ernährung in den reichen Ländern zu schärfen.

In Mangelgebieten müssten besonders Mütter und kleine Kinder besseren Zugang zu Nahrungsmitteln bekommen. Dafür müssten Frauen eine bessere wirtschaftliche Grundlage durch sichere Einkommen und mehr Kontrolle über die Nahrungsressourcen ihrer Länder erhalten.

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