Ebola-Länder brauchen weiter Mediziner aus dem Ausland

Die von Ebola betroffenen Länder Westafrikas sind auch in den kommenden Monaten auf medizinische Hilfe aus dem Ausland angewiesen.

Nachdem die Zahl der Neu-Infektionen gesunken sei, müsse jetzt die medizinische Grundversorgung in Guinea, Liberia und Sierra Leone wieder hergestellt werden, sagte der Leiter der Auslandseinsätze bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Ian Norton. Selbst einfache Operationen hätten in den vergangenen Monaten nicht vorgenommen werden können.

Die WHO kündigte an, den Einsatz ausländischer Mediziner solange fortzusetzen, bis die Epidemie vollständig besiegt ist. Dazu müssten Ärzte noch mehr als bisher einzelne Fälle bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgen, sagte der für Ebola zuständige WHO-Direktor Rick Brennan. Zugleich müssten in allen Gesundheitseinrichtungen der Region grundlegende Hygienevorkehrungen getroffen werden.

Aus dem Einsatz in Westafrika lasse sich zudem für mögliche Epidemien in der Zukunft lernen, fügte Brennan hinzu. So sei geplant, Einsatzteams für ähnliche Ausbrüche wie in Westafrika zu schulen.

Norton lobte ausdrücklich ein Behandlungszentrum, das in Liberia mit Hilfe von Bundeswehr und Deutschem Roten Kreuz errichtet wurde. Trotz des angekündigten Abzugs deutscher Soldaten würden dort auch in Zukunft vor allem Patienten behandelt, die nicht an Ebola erkrankt seien, in anderen Krankenhäusern aber aus Angst vor einer möglichen Infektion mit dem Virus nicht aufgenommen würden.

Seit Ausbruch der Ebola-Epidemie vor mehr als einem Jahr sind in den drei am schlimmsten betroffenen Ländern mehr als 23 200 Fälle erfasst worden, 9365 Menschen starben. Zuletzt waren die Neuinfektionen in Liberia und Sierra Leone stark zurückgegangen. Unter den Toten sind Hunderte Ärzte und Pfleger aus den betroffenen Ländern.

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