Wir können dank „Ein Herz für Kinder“ online lernen

Je länger Corona und der Lockdown dauern, desto härter wird es für unsere Kinder. Vor allem für diejenigen, die auch technisch von der Außenwelt abgeschnitten sind. Deren Familien sich Laptop oder Tablet nicht leisten können.

Kein Homeschooling, kein Kontakt zu Freunden!

Die BILD-Hilfsorganisation „EIN HERZ FÜR KINDER“ möchte für diese Kinder bis zu 1000 Geräte zur Verfügung stellen. Denn: Staatliche Hilfen kamen bisher nicht an.

„EIN HERZ FÜR KINDER“-Vorsitzende Sarah Majorczyk erklärt die Initiative: „Tablets und Laptops werden keine Seelen heilen, aber sie sind für die Arche und andere Vereine ein wichtiges Mittel, um den dringend notwendigen Kontakt zu ihren Schützlingen zu halten, sie zu unterstützen und sie zu befähigen, beim Homeschooling überhaupt dabei zu sein.“

Einige der Ersten, die Tablets bekommen, sind die 27 Standorte des Kinder- und Jugendhilfswerks ARCHE. Weitere Vereine und Organisationen sollen folgen und damit ihre Schützlinge unterstützen.


BILD-Besuch in der Arche in Berlin-Hellersdorf, die Tablets für ihre Schützlinge bekommt.

Dort freuen sich Sizar (12), Elaf (11), Alexis (7), Ziauddin (12) und Sara (10) über das erste Tablet von „EIN HERZ FÜR KINDER“. Sizar will es für Hausaufgaben nutzen und sie auch für die Freunde ausdrucken, die das zu Hause nicht tun können. Und das ist nicht alles: „Endlich kann ich Videochats machen und meine Freunde wieder sehen!“

Bisher hat Sizar dafür nur ein Handy, mit dem er viele Sachen nicht machen kann. „Wir hatten mal ein iPad, aber das ist kaputtgegangen. Da war die Batterie kaputt und das konnten wir nicht reparieren“, erzählt er.

Arche-Mitarbeiter Florian Egert (45): „Die Tablets helfen Familien, die keine technische Ausrüstung zu Hause haben und auch unseren ehrenamtlichen Helfern, die die Kids beim Homeschooling unterstützen.“

Denn: Wenn Hausaufgaben und Unterricht online stattfinden, werden Kinder ausgeschlossen, die daheim keinen Zugang zu Tablet oder Computer haben.

Auch die Familie von Meral T.* (43) aus Köln hat eines der Tablets bekommen. Für ihren Sohn Baran (6) ist das die einzige Chance, am Online-Unterricht teilzunehmen.

Baran (6) kann mit dem neuen Tablet am Online-Unterricht teilnehmen Foto: Patric Fouad

„Bisher habe ich immer Material an der Schule abgeholt, das wir dann zu Hause bearbeitet haben – aber seit einem Monat macht die Grundschule Online-Unterricht. Ich wusste nicht, was wir tun sollten“, sagt Mama Meral.

Die Familie lebt zu viert auf 70 Quadratmetern in Köln. Der Papa hat durch Corona seinen Job verloren. „Das Schlimmste ist, dass ich meine Kinder schon lange nicht mehr so richtig laut lachen gehört habe“, sagt Meral (43).

Über die Sozialarbeiterin der Schule hat die Familie Kontakt mit der Katholischen Jugendagentur Köln (KJA Köln), die 270 Kinder zwischen 6 und 17 Jahren mit Tablets ausstattet. „EIN HERZ FÜR KINDER“ unterstützt die KJA Köln, die die Kinder im Umgang mit den Geräten schult und sie eng begleitet.

„Für uns macht das einen Riesen-Unterscheid“, sagt Mama Meral. „Jeden Morgen um 9 Uhr gibt es jetzt zumindest eine 45-minütige Zoom-Konferenz aus der Schule und Baran schreit fast vor Glück, wenn er seine Freunde sieht und begrüßen kann.“

Ihren Jungen haben die schweren Lockdown-Zeiten sehr verändert. Meran: „Er ist eigentlich ausgelassen und fröhlich, aber ihm fehlt sein Sport, er hat Selbstverteidigung gemacht, die Bewegung und der Austausch mit Freunden.“

„Was soll ich draußen, da ist doch keiner!“, mault Baran seine Mutter an, wenn die versucht, ihn wenigstens mal vor die Tür zu bekommen. Aggressiv und wild sei ihr Junge geworden, sagt Meran mit belegter Stimme.

Ihre Tochter Havin (10) ist gerade aufs Gymnasium gewechselt, irre stolz – aber sie kennt dort nun kaum jemanden. Gerade war sie in der neuen Klasse angekommen, da war schon wieder alles dicht. „Ich vermisse meine Freunde und dass ich in die Musikschule darf“, sagt das Mädchen mit den großen dunklen Augen.

Meine Tochter hat sich genau andersherum entwickelt als mein Sohn, sie dreht nicht auf, sie zieht sich immer mehr zurück, aber auch das macht mir große Sorgen“, sagt Meral.

Neben diesen Problemen hat die Familie existenzielle Nöte. Das Einkommen hat sich durch die Arbeitslosigkeit von Vater Ersin (46, Lagerarbeiter) halbiert. Sie müssen nun mit knapp 1800 Euro auskommen – für Miete, Strom, Versicherungen, Essen und allem, was sonst gebraucht wird.

Die Tochter nimmt bisher über ein Handy, das die Familie zusammensparen konnte, am Schulunterricht teil – am Küchentisch, denn im Kinderzimmer lernt ihr Bruder.

„Wir sorgen uns besonders um die Chancengleichheit der jungen Menschen, die aufgrund eines fehlenden Gerätes nur unzureichend dem Unterricht folgen können“, sagt Georg Spitzley, Geschäftsführer der Katholischen Jugendagentur Köln.

„EIN HERZ FÜR KINDER“ möchte noch mehr Familien wie dieser helfen – bitte helfen Sie uns dabei mit Ihrer Spende.

*Namen der Familie von der Redaktion geändert

Wenn auch Sie Kindern helfen möchten, spenden Sie an BILD hilft e.V. „EIN HERZ FÜR KINDER“:

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„Ein Herz für Kinder“

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