Ana und Mihaela grausam entstellt

Die Bilder der schwer verbrannten Schwestern Ana (3) und Mihaela (2) aus Hruseva (Moldawien) anzusehen, tut weh. Man kann förmlich ihre Schmerzen fühlen, die sie seit dem 6. Juni 2009 erleiden müssen – jenem Tag, an dem ein verheerender Hausbrand die Mädchen für immer entstellte.

Durch einen Kurzschluss in einer Stromleitung entstand ein Schwelbrand, der sich in minutenschnelle auf das ganze Haus ausbreitete. Mittendrin die beiden Schwestern und ihre Tante Ludmilla (†23).

Video: Mihaela und Hruseva

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Von der Ferne sah der Großvater (57) der Mädchen Rauch aus den Fenstern steigen. Als er die Tür öffnete, um die Kinder zu retten, kam es durch die Sauerstoffzufuhr zu einer heftigen Explosion. Dem Großvater gelang es, trotz schwerer Verletzungen, die er sich in dem brennenden Haus zuzog, die beiden Schwestern zu retten.

Für die Tante, die sich aus Angst unter dem Bett versteckt hatte, kam jede Hilfe zu spät. Sie konnte nur noch tot aus der Ruine geborgen werden.

Ana und Mihaela kamen mit schwersten Verbrennungen ins Krankenhaus. Über 60 Prozent ihrer Haut waren verbrannt. Am Klinikum in Chisinau konnten die Ärzte zunächst nur die Brandwunden versorgen, die inzwischen vernarbt sind.

Mihaela erlitt Verbrennungen 2. und 3. Grades. Ihr ganzes Gesicht ist vernarbt, aber auch die Brust und die Beine sind verbrannt. Ihre ältere Schwester Ana erlitt vom Rücken ab schwerste Verbrennungen dritten Grades. Sie kann nur noch auf den Knien laufen, da Füße und Beine aufgrund der Narbenbildung verkrümmt sind.

Ihre Eltern Oleg (27) und Natalia (27) sind tief verzweifelt: „Unsere Kinder sind immer noch schwer traumatisiert. Es tut uns weh, den Kindern nicht helfen zu können oder ihnen wenigsten hin und wieder mit Schokolade eine kleine Freunde machen zu können.“ Die Familie ist durch die bislang angefallenen Behandlungskosten hoch verschuldet. Weitere Therapie können sie nicht bezahlen.

Dennoch benötigen beide Kinder in den kommenden Jahren diverse plastische Operationen, bei denen die Narbenbildung korrigiert werden muss. Nur so kann die Körperfunktionalität einigermaßen wiederhergestellt werden.

In Moldawien sind diese Operationen nicht möglich. Hier können die Schwestern derzeit nur mit Salben und Spezialverbänden versorgt werden. Dazu müssen die Eltern tagtäglich in die 40 Kilometer entfernte Klinik fahren. Da sie sehr arm sind haben sie kein Auto. Jeden Tag fahren sie per Anhalter ins Krankenhaus, da es in dem Dorf auch keine Bus- oder Bahnverbindungen gibt.

Mutter Natalia: „Mit jedem Tag, der vergeht, leiden die Kinder mehr und eine Heilung oder wenigstens Linderung ihrer Schmerzen wird schwieriger. Die Zeit drängt.“

Der Bundesverband „Pro Humanitate“ wird auf das Schicksal der beiden Mädchen aufmerksam und beschließt, sofort zu helfen. Am Klinikum Mannheim wurden in einer ersten Operation die wichtigsten Korrekturen vorgenommen werden. Bei Mihalea wurden Hautverpflanzungen an der Unterlippe, am Fußrücken sowie an den Händen durchgeführt, bei Ana wurden zwei Zehen amputiert, sowie Haut in den Kniekehlen verpflanzt.

Möglich machte dies die Unterstützung durch „Ein Herz für Kinder“ sowie Spenden von „Pro Humanitate“.

In den nächsten Monaten sind weitere Operationen, sowie die Anpassung eines speziellen Kunststoffanzuges nötig, um die großen Leiden der Gutu-Schwestern zu lindern.

„Ein Herz für Kinder“

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