Der Kampf gegen die Mädchentötung

Die frühere Religionslehrerin Rosi Gollmann gründete 1959 in Bonn die „Andheri-Hilfe“. Durch die Finanzierung einer einfachen OP konnte ihre Organisation einer Million blinder Menschen in Indien das Augenlicht zurückgeben.

Die weißhaarige Dame mit dem gütigen Gesicht wurde für ihr Engagement mit Ehrungen überhäuft, unter anderem erhielt sie dreimal das Bundesverdienstkreuz. Rosi Gollmann: „Meine erste Indienreise 1961 war mein Schicksal. Ich war geschockt angesichts der unglaublich vielen Blinden.“ Seitdem sammelte sie mit ihrer Organisation Spenden, um Augenoperationen finanzieren zu können. Doch nicht nur in diesem Bereich ist Rosi Gollmann tätig. Heute werden über 400 Projekte von der Andheri-Hilfe gefördert.

Das aktuellste Projekt heißt „Damit Mädchen leben dürfen“, kämpf gegen die Mädchentötung in Indien und wird großzügig von „Ein Herz für Kinder“ seit mehr als zwei Jahren unterstützt.

Frauen sind in Indien die größte unterprivilegierte Bevölkerungsgruppe. Aus Angst vor späteren Mitgiftforderungen werden ungezählte Mädchen bereits im Mutterleib oder unmittelbar nach der Geburt getötet.

Um gegen dieses Übel anzugehen, muss die Stellung der Frau in der Familie und der gesamten indischen Gesellschaft verbessert werden. Aufklärung, Bildung und Ausbildung von Frauen und ihren Kindern – vor allem der Mädchen – sind hier ein absolut wesentlicher Schlüssel.

Im Distrikt Villupuram, der zu einer der am wenigsten entwickelten Regionen Tamil Nadus gehört, setzt sich eine Partner-Organisation der Andheri-Hilfe von Dalitfrauen (Dalits, die „Unberührbaren“ befinden sich an unterster Stelle des indischen Kastenssystems) für die Stärkung der Frauen in wirtschaftlichen, sozialen und politischen Angelegenheiten ein.

Von 2007 bis 2010 wurde das Projekt von der BILD-Hilfsorganisation gefördert und zeigte große Erfolge: Bis jetzt konnten nachweislich 193 Babys vor dem Tode gerettet werden, die Abtreibung von 50 weiblichen Föten und 72 Kinderhochzeiten verhindert werden.

Um den Erfolg der Arbeit fortführen und ausbauen zu können unterstützt „Ein Herz für Kinder“ die Andheri-Hilfe erneut, sodass nun die Aktivitäten in den „alten“ Dörfer gestärkt und konsolidiert werden und in 30 neuen Dörfern erweitert werden können. Vor allem profitieren daraus die Kinder durch bessere Zukunftsperspektiven.

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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