Jetzt hat’s Anna-Lena (12)

Ihr Blick ist der eines Kindes, das weiß, wie seine Zukunft aussieht. In ihren Augen liegt die Kraft, nie aufzugeben, aber ihre Lider sind müde.

Mühsam unterdrückt eine Mutter ihre Tränen. Sie sitzt im Hamburger Universitätsklinikum am Krankenbett ihrer Tochter Anna-Lena (12), streichelt ihr über das dichte, blonde Haar. Vorläufig ein letztes Mal. Heute wird sie ihrer Tochter die Locken abschneiden. Anna-Lena hat Leukämie.

Vor vier Wochen fühlte sich das Mädchen aus Geesthacht nicht wohl. „Ich dachte, sie bekommt eine Grippe“, sagt Mutter Sabine V. (41). Sie ging mit ihr zum Hausarzt. Doch die Medikamente halfen nicht.

„Als Anna-Lena plötzlich sehr hohes Fieber hatte, kam sie ins Krankenhaus. Die Ärzte hatten einen schlimmen Verdacht: Leukämie.

Sie überwiesen das kleine Mädchen ins UKE. Indessen hat sie die erste Chemotherapie hinter sich. „Sie ist so tapfer“, sagt ihre Mutter. „Wir haben großes Vertrauen in die Ärzte. Bei ihnen ist unsere Tochter in besten Händen“, sagt Vater Hans-Peter (49).

Und: „Wissenschaftler müssen endlich die Ursachen der vielen Leukämie- Fälle bei Kindern in der Elbmarsch finden. Und Politiker uns die Wahrheit sagen!“

Anna-Lena ist das 16. Kind unter 15 Jahren, das seit 1990 an Leukämie erkrankte. Weltweit gibt es keine größere Zahl. Sind das Kernkraftwerk Krümmel und der Atom-Forschungsreaktor im GKSS schuld?

Es gab Dutzende Gutachten, die sich widersprechen. Oder stimmt es, dass sich im GKSS 1986 ein Störfall ereignete, der vertuscht wird? Dr. Sebastian Pflugbeil, Präsident des Amtes für Strahlenschutz, sagte dem NDR: „Es sind so viele Kinder erkrankt. Und es ist so viel gelogen und geschummelt worden, dass man sagen sollte: O. K., das und das ist vor 20 Jahren passiert. Wir haben einen Fehler gemacht, das lief so und so ab. Wir schlagen vor, das und das zu tun.“

Darauf hoffen auch die Eltern von Anna-Lena. Mutter Sabine: „Doch heute kann ich nur wieder ins Krankenhaus fahren und meine Kleine trösten.“

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