Stipendien für junge Frauen

Die Atefa-Schule, in Afghanistan, ist nach einem jungen Mädchen aus Estalef benannt, dass bei dem Versuch, zwei Kinder vor einem sowjetischen Bombenangriff zu retten, ums Leben kam.

2003 wurde die Schule von zwei in Deutschland und Frankreich lebenden Geschwistern afghanischer Herkunft, Dr. Anwar und Nasrin Nabiyar, in Estalef, ihrem ehemaligen Heimatdorf, gegründet. Die Schule liegt circa 50km von Kabul entfernt.

Zunächst war die Schule nur als Mittelschule für etwa 150 Mädchen gedacht. Schnell jedoch erwarb sich die Einrichtung in der Region den Ruf einer sicheren und leistungsstarken Schule mit guten Perspektiven für Mädchen. Die Anzahl der Schülerinnen wuchs stetig und zeitweise auf über 600 Mädchen.

Um diesem „Ansturm“ gewachsen zu sein musste das Schulgebäude und der Lehrkörper ständig vergrößert werden. Die dafür notwendigen Mittel wurden von privaten Spendern bereitgestellt. Im Jahr 2007 konnte die Schule, mit Genehmigung des Kultusministeriums in Kabul, zum Gymnasium umfunktioniert und ausgebaut werden. So konnte den Mädchen in der Umgebung eine noch bessere Bildung angeboten werden.

Das Kultusministerium bestätigte der Schule mehrfach ein überdurchschnittlich hohes Leistungsniveau und erst kürzlich wurde die Schule zur besten Schule in der ganzen Region gekürt.

Durch die Beschäftigung von bestens qualifizierten Lehrerinnen kann die Schule dieses hohe Leistungsniveau beibehalten, dafür muss die Schulleitung den Lehrerinnen, die teilweise jeden Tag aus Kabul nach Estalef fahren, ein überdurchschnittliches Gehalt zahlen. Am Ende des Schuljahres 2010 erreichte die Atefa-Schule ihr bislang höchstes Lernziel: die Abiturprüfung für 19 junge Afghaninnen.

Für die Region ist es das erste Mal, dass Mädchen dort Abitur machen. Dies ist ein wichtiger und gesellschaftspolitischer Meilenstein für die Region und das Land. Investitionen in die Bildung von Mädchen und Frauen sind neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung auch die effizienteste Strategie zur Veränderung der archaischen, frauenfeindlichen, entwicklungshindernden Gesellschaftsstrukturen Afghanistans.

Doch auf sich alleine gestellt können die jungen Abiturientinnen den nächsten Schritt, das heißt eine weiterführende Bildung absolvieren, nicht bewältigen. Denn die generelle Armut, sowie die räumliche Entfernung zu den weiterführenden höheren Bildungsstätten bilden Hindernisse, die ohne gezielte Förderung von Außen nicht überwunden werden können.

Dazu kommt noch die generelle Nichtakzeptanz von jungen, dynamischen und gebildeten Frauen. Frauen, die eine Hälfte einer Generation, die besser gebildet, engagierter, weltoffener und von den Folgen jahrzehntelanger Kriege weniger traumatisiert sind. Eine Generation die in ihrem Land für Veränderung, im positiven Sinne, sorgen kann und muss. Eine Generation, auf denen die Hoffnung und der Frieden eines ganzen Landes ruht. Die einzige Möglichkeit für die Jungen Frauen besteht in einem Stipendium für die Dauer ihres Studiums.

Um ihnen die Möglichkeit zu geben, in Kabul ein Studium zu absolvieren, beteiligt sich „Ein Herz für Kinder“ an den Stipendiatenkosten und sichert somit die zukünftige Bildung für diese mutigen und klugen jungen Frauen. So wird das Ziel erreichbar, dass die Frauen in der Lage sein werden, dort Verantwortung zu übernehmen, wo es das Land am nötigsten hat, ihr volles Potential für das Wohl der Gesellschaft zu entfalten.

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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