Bluttest zur Krebsfrüherkennung bei Kindern

Das Retinoblastom ist der häufigste im Auge auftretende Tumor im Kindesalter mit einer Häufigkeit von einem betroffenen Kind auf etwa 18 000 Geburten. Es handelt sich um einen bösartigen Tumor, der von genetisch veränderten unreifen Netzhautzellen ausgeht und unbehandelt zum Tod führt.

Gleichzeitig ist es eine der wenigen heilbaren bösartigen Krebserkrankungen: Frühzeitig erkannt und therapiert überleben mehr als 95 Prozent der Patienten. Gegenwärtig gibt es rund 60 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland.

Bei etwa drei Viertel der erkrankten Kinder ist ein Auge betroffen, in einem Drittel der Fälle tritt das Retinoblastom in beiden Augen auf. Meist tritt der Tumor immer vor dem 5. Lebensjahr auf, da das Retinoblastomwachstum nur von unreifen Netzhautzellen ausgehen kann.Eine genaue Diagnose durch klinische Untersuchungen ist noch immer schwierig.

Die Krankheit ist auf Blitzlichtfotos erkennbar. Sobald die Pupille weiß auf den Fotos erscheint, ist das ein Hinweis auf die Erkrankung.

Um die kleinen Patienten noch besser vor Ausbruch der Erkrankung schützen zu können, möchte die Kinder-Augen-Krebs-Stiftung aus Bonn eine Studie durchführen, in der es um die Entwicklung eines Bluttests zur Krebsfrüherkennung geht. ARD-Moderatorin Anne Gesthuysen hat die Schirmherrschaft übernommen.

Während der Studie wird ein Bluttest erstellt, der im Anschluss von dem Universitätsklinikum Essen in einer klinischen Studie an erkrankten Kindern getestet wird. Den Patienten und Probanden wird bei der Diagnosestellung und im Verlauf der Erkrankung Blut entnommen und mit Hilfe des Bluttests untersucht.

Die Vorbereitung der Studie (Planung und Schulung des beteiligten Hilfspersonals in der Uniklinik Essen) erfolgt parallel zur Herstellung des Bluttests innerhalb von 6 Monaten. Die Patientenrekrutierungsphase, in der Blut gesammelt und mit dem Test analysiert wird, dauert bis zu zwei Jahre. Die Auswertung der Studie wird rund 2-3 Monate in Anspruch nehmen.

„Ein Herz für Kinder“ übernimmt die Kosten für diese so wichtige Forschungs- und Präventionsstudie, damit in Zukunft Kinder so früh wie möglich auf eine mögliche Augenkrebserkrankung getestet werden können. Denn je früher ein Retinoblastom erkannt wird, um so besser kann es geheilt werden.

Und auch in 2014 geht die Hilfe weiter!

Leider steht der Klinik derzeit, aufgrund eines nicht mehr zu behebenden technischen Defekts der RetCam, keine Möglichkeit zur Dokumentation des Krankheitsbefundes der an Retinoblastom erkrankten Kinder zur Verfügung, was das Management der Erkrankung sehr erschwert. Ein Retinoblastom-Zentrum ohne adäquate Dokumentation des Initialen und Verlaufsbefundes ist schlicht untragbar. Der Untersuchungsablauf bei den erkrankten Kindern ist dadurch derzeit erheblich gefährdet.

Zur Diagnostik, Klassifikation und Verlaufsdokumentation dieser onkologischen Erkrankung ist eine exakte Dokumentation des Krankheitsbefundes unerlässlich. Dazu bedarf es neben der augenärztlichen Untersuchung in Narkose einer exakten fotografischen Dokumentation.

Die derzeit einzige Möglichkeit dieser Dokumentation ist die Fotografie des Augenhintergrunds mit einer speziellen digitalen Weitwinkelkamera, der sogenannten RetCam III. Mit Hilfe der RetCam lässt sich die Erkrankung bei der initialen Diagnose sehr genau klassifizieren, was bei der Wahl der adäquaten Therapie als Grundvoraussetzung angesehen werden muss.

Ebenso kann den betroffenen Eltern anhand der ausgedruckten Bilder häufig das Ausmaß und die Art der Erkrankung verdeutlicht und ein gutes Therapieansprechen dokumentiert werden. Eben diese Verlaufsdokumentation der Erkrankung ist ein weiterer äußerst wichtiger Punkt in der langfristigen Therapie.

Nur mittels Fotografie gelingt es mit hoher Sicherheit neu aufgetretene Tumoren oder erneut aktivierte Tumoren schnellstmöglich zu erkennen und eine adäquate Therapie zu initiieren. Insbesondere bei kritischen oder weit außen liegenden Tumoren hat sich die RetCam als diagnostisches Mittel zum Therapieverlauf als sehr hilfreich und sinnvoll erwiesen.

Damit die Untersuchungen exakt dokumentiert werden können, erklärte sich „Ein Herz für Kinder“ bereit, die Kosten für die RetCam zu übernehmen. Somit ist ein erfolgversprechender Therapieverlauf weiterhin gewährleistet.

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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