Eine Chance auf Bildung für die Kinder

Ruanda – ein Vielvölkerstaat – ist immer noch geprägt durch die ethnischen Spannungen zwischen der Mehrheit der Hutu und der kleinen, vorherrschenden Minderheit der Tutsi. 1994 eskalierte die Situation im Land – zwischen April und Juli wurden drei Viertel der ruandischen Tutsi-Bevölkerung und Tausende gemäßigter Hutu auf brutalste Weise ermordet – dieses Massaker ist der wohl schlimmste Völkermord der Welt in neuerer Zeit.

Die Grausamkeiten, die an ruandischen Männern, Frauen und Kindern begangen wurden, übersteigen das menschliche Vorstellungsvermögen. Bis zu einer Million Menschen ermordet sind in dieser Zeit ermordet worden. Bis heute sitzt das Trauma des Völkermordes tief und spaltet die ruandische Gesellschaft.

Die Schule konnte mit großzügiger Unterstützung von „Ein Herz für Kinder“ gebaut werden (Foto: Privat)
Die Schule konnte mit großzügiger Unterstützung von „Ein Herz für Kinder“ gebaut werden (Foto: Privat)

Inzwischen ist die politische Lage zwar weitesgehend stabil, dennoch sind die Folgen Massakers und auch die daraus resultierende Armut gravierend.

Ein Großteil der ruandischen Bevölkerung – etwa 80 Prozent – ist arm. Die Menschen verdienen ihr Geld mit Ackerbau, Viehzucht oder dem Betreiben eines kleinen Ladens. Generell sind die Einkommen sehr niedrig und viele Haushalte werden von Kindern geführt, die ihre Eltern durch HIV oder den Völkermord in 1994 verloren haben. Der Zugang zur Grundversorgung mit Lebensmitteln, Unterkunft und angemessenen sanitären Einrichtungen ist für Tausende Ruander nach wie vor schwierig; 40 Prozent der Bevölkerung sind chronisch unterernährt.

Und auch speziell die Lage der Kinder ist dramatisch: 690 000 Kinder wachsen ohne Eltern auf. Darunter sind 130 000 Kinder, die ihre Eltern an AIDS verloren haben. Unzählig viele Waisen kämpfen in den Straßen der ruandischen Hauptstadt Kigali und in Maska, die mit 1,1 Millionen Einwohnern größte Stadt des Landes, als Straßenkinder ums nackte Überleben. Obwohl die Regierung verschiedene Kampagnen gestartet hat, um die Überlebenschancen der Kinder im Land zu verbessern, stirbt noch immer jedes zehnte Kind vor Erreichen des fünften Lebensjahres. Die meisten Ursachen sind vermeidbar, wie z.B. Malaria, chronische Unterernährung, Durchfallerkrankungen oder Lungenentzündung.

In der neuen Schule können nun rund 550 Kinder lernen (Foto: Privat)
In der neuen Schule können nun rund 550 Kinder lernen (Foto: Privat)

Die Missionary Sisters of the Catholic Apostolat haben sich der armen Kinder und Waisen von Ruanda angenommen. Seit 2003 betreiben die Schwestern einen Kindergarten in Masaka und wollen nun auch eine Grundschule bauen, damit die Kinder von dem Kindergarten direkt in die Schule gehen können. Die nächste Grundschule ist 11 Kilometer entfernt, komplett überfüllt und für die meisten kleinen Kinder nicht zu erreichen. 39 Prozent der Kinder in Masaka gehen nicht zur Schule.

Damit sich das ändert, erklärte sich „Ein Herz für Kinder“ bereit, sich an den Baukosten für die Schule zu beteiligen. Inzwischen konnte das Bauvorhaben erfolgreich abgeschlossen werden – die Kinder können nun in einer sicheren und angenehmen Atmosphäre lernen und aufwachsen.

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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