So rettet die Begum die Kinder von Birma

Kinder, die fünf Jahre alt werden, haben eine gute Chance, erwachsen zu werden. Kinder unter fünf Jahren, haben eine gute Chance, sich eine Lungenentzündung zu holen.

Wir sprechen über Myanmar (ehemals Birma), ein von der Außenwelt lange abgeschottetes Land mit fast 50 Millionen Einwohnern und viel zu vielen kranken Kindern.

Seit einem Jahr kämpft die Begum Aga Khan in diesem buddhistischen Land (zwischen Indien und Thailand) mit ihrer „Princess Inaara Foundation“ gegen die Lungenentzündung.

Video: Begum Inaara Aga Khan

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Lungenentzündung in einem tropischen Land, wo es fast immer warm ist? Die Begum sagt: „Diese Krankheit hat nichts mit Temperaturen zu tun. Lungenentzündung entsteht durch bakterielle Infektion und ist besonders gefährlich in Entwicklungsländern, wo die Menschen oft sehr eng und unter katastrophalen hygienischen Umständen leben.“ Und: Sie ist der schlimmste Kinder-Killer weltweit!

Auch in Myanmar ist die häufigste Todesursache bei Kleinkindern die Lungenentzündung. Daran sterben mehr Jungen und Mädchen als an Malaria, Aids und Röteln zusammen. Die Begum: „Mit fünf Jahren ist das Immunsystem schon etwas robuster. Aber bis dahin müssen die Kinder es erst mal schaffen.“

Mit den Hilfsorganisationen „Ein Herz für Kinder“ und „PSI“, dem amerikanischen Partner vor Ort, will die Begum vor allem die Aufklärung und Früherkennung vorantreiben.

Aber warum gerade Myanmar? Die Begum: „Ich habe einige Landsleute kennen- und schätzen gelernt. Es sind so wundervolle Menschen, voller Wärme und Herzensbildung. Und Myanmar ist ein besonders benachteiligtes, vergessenes Land.“

Die Menschen haben meist nicht viel mehr als die Schönheit ihrer Heimat. Das Land ist eines der ärmsten der Erde – und die Regierung gibt für Militär und Polizei zehnmal mehr aus als für die Gesundheit.

Die „Princess Inaara Foundation“ hat im Jahr 2010 über 155 000 kranken Kindern geholfen. Die Mütter hatten aufgrund der Aufklärungs-Kampagne die Symptome der Lungenentzündung erkannt. So konnten ihre Kinder behandelt werden. Die Begum: „Zum Glück gibt es heute wirksame Medizin gegen diese Krankheit – nicht so bei Aids oder Krebs. Allerdings haben die Menschen dort kaum Zugang zu diesen Medikamenten.“

Die Begum kennt die Krankheit aus eigener Erfahrung. „Mit 20 Jahren hatte ich selbst eine schwere Lungenentzündung. Sechs Wochen lag ich im Klinikum in München und danach noch vier Wochen in der Davoser Lungenklinik. Damals dauerte die Behandlung so lange, heute gibt es viel bessere Mittel.“

Viele der bei uns hochwirksamen Mittel sind aber in Myanmar kaum einsetzbar. „Die Antibiotika für Kinder sind oft in Saftform, müssen also im Kühlschrank aufbewahrt werden.“

Wer hat sich in unserer gesunden, wohlhabenden Welt je Gedanken darüber gemacht, dass ein Kühlschrank über das Leben eines Kindes entscheiden kann? „Aus diesem Grund müssen wir vor Ort andere Antibiotika verwenden.“

Dieses „Princess Inaara“-Projekt, verlangt den vollen Einsatz der Begum. Deshalb hat die Prinzessin beschlossen, andere Aufgaben abzugeben, so auch den Vorsitz des Kuratoriums der Aids-Gala in Berlin. „Ich habe mit ganzem Herzen diese Aufgabe in den letzten sieben Jahren übernommen. Die Aids-Gala ist eine wichtige Institution, aber ich muss in meiner Arbeit Prioritäten setzen!“

„Ein Herz für Kinder“

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