Start in ein eigenständiges Leben

Sie lächeln und strahlen über das ganze Gesicht und halten sich vorsichtig an den Händen – Tamari und Tebrole geht es nach der komplizierten OP in Köln richtig gut. Jeden Tag machen sie Fortschritte und genießen ihr eigenständiges Leben! Inzwischen geht es ihnen so gut, dass sie in ihre Heimat zurückkehren konnten.

Rückblick: Die Freude bei Mariam war groß, als sie zwei Jahre nach der Geburt ihres ersten Kindes Thekla wieder schwanger war – und sie hatte gleich doppelten Grund zur Freude, als sie erfuhr, dass sie Zwillinge erwartet.

Die Schwangerschaft verlief ohne größere Komplikationen – doch am 12. März dann der Schock: Tamari und Tebrole kommen als siamesische Zwillinge zur Welt. Die beiden Mädchen sind am Bauch zusammengewachsen, teilen sich die Leber und die Pfortader. Alle anderen Organe sind regulär vorhanden.

Die Eltern mit Tochter Thekla und den Zwillingen (Foto: Privat)
Die Eltern mit Tochter Thekla und den Zwillingen (Foto: Privat)

Trotz dieser Fehlentwicklung sind die beiden Kinder wohlauf und entwickeln sich prächtig. Die Ärzte in Georgien empfehlen den Eltern dennoch, die Kinder zu trennen, damit beide die Chance auf ein eigenständiges Leben haben. Zudem stellen sich bereits jetzt schon orthopädische Probleme ein – um weiteren Komplikationen vorzubeugen, empfahlen die Ärzte außerdem mit der Operation nicht allzu lange zu warten.

Das Problem: In der Heimat von Tamari und Tebrole kann der Eingriff nicht durchgeführt werden. Die Kliniken in dem Land sind schlecht ausgestattet, die Ärzte verfügen nicht über die entsprechende Erfahrung bei so komplizierten Eingriffen.

Deshalb suchten die Eltern weltweit nach Hilfe. Spezialisten des Klinikums Köln schließlich erklärten sich bereit, die Operation zur Trennung der Zwillinge durchzuführen. Die Kosten für den Eingriff waren jedoch enorm hoch – die Eltern war mit einem monatlichen Einkommen von 280 Euro niemals allein die OP-Kosten für einen Trennung aufzubringen. Doch Dank der Spenden und der Unterstützung von „Ein Herz für Kinder“ ist es schließlich gelungen, den Krankenhausaufenthalt der Zwillinge zu finanzieren.

Neben der Finanzierung der medizinischen Versorgung war auch der Transport der Zwillinge problematisch. Tamari und Tebrole mußten per Ambulanzflug nach Deutschland gebracht werden, denn die Regeln der Fluggesellschaften besagen, dass ein Erwachsener nur ein Kind auf dem Schoß mitführen darf. Glücklicherweise hatte sich eine Lösung gefunden: Das Friedensdorf International hat die Zwillinge im August nach Deutschland gebracht. Nach ihrem Hilfseinsatz in Afghanistan landete die Maschine des Friedensdorfes International extra in Georgien und nahm die Kinder mit nach Köln.

Die beiden siamesischen Zwillinge waren an der Pfortader zusammengewachsen. In Köln wurden sie erfolgreich operiert.
Die beiden siamesischen Zwillinge waren an der Pfortader zusammengewachsen. In Köln wurden sie erfolgreich operiert.

Am Mittwoch, dem 2. September 2015 wurden Tamari und Tebrole im Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße in Köln operiert. Der Eingriff dauerte fünf Stunden!

Prof. Dr. Thomas Boemers, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie im Kinderkrankenhaus: „Tamari und Tebrole haben die Operation gut verkraftet und werden noch einige Tage intensivmedizinisch betreut. Die beiden Mädchen haben nun die große Chance, ein weitgehend normales Leben zu führen.”

Nach der OP benötigten die Zwillinge noch eine Bewegungstherapie. Diese ist inzwischen abgeschlossen, sodass die Familie wieder nach Georgien zurückkehren konnte.

 

„Ein Herz für Kinder“

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