Das „Come IN!“ rettet Kinder aus dem Drogensumpf

Lächelnd hält Julia ein kleines Holzbild hoch. In Neon-Orange hat sie fünf Buchstaben darauf gemalt. Für das junge Mädchen bedeuten sie Zukunft – für ihre Familie das schönste Geschenk: CLEAN.

Julia ist 14 Jahre alt und war drogensüchtig. Im „Come In“, einer heilpädagogischen Wohngemeinschaft für suchtkranke Jugendliche in Hamburg-Moorfleet ließ sie sich helfen.

„Alles begann mit einem Joint, an dem mich mein großer Bruder ziehen ließ“, erzählt Julia und zerrt die Ärmel ihrer Strickjacke über die Hände, als wolle sie sich am liebsten ganz darin verkriechen. „Da war ich zwölf und wollte unbedingt wissen, wie es ist, high zu sein.“

Sie stammt aus einem Dorf im Saarland. Ihre Eltern trennten sich, als Julia sechs Jahre alt war. Irgendwann langweilte sie das Leben auf dem Land. Sie suchte das große Abenteuer. „Ich probierte alle Partydrogen: Ecstasy und Pep, ein weißes Pulver, das aufputscht. Obendrauf Alkohol“, sagt Julia. „Das Geld habe ich meiner Mutter und meiner Oma geklaut – oder geschnorrt.“

Erst war Julia nur am Wochenende „drauf“, mit 13 nahm sie die Drogen jeden Tag. „Ich dachte, die anderen finden mich cool, wenn ich richtig abhängig bin“, sagt sie leise. Als Julia sah, wie ein Freund sich Heroin spritzte, wollte sie es unbedingt probieren. „Aber er hat mich nicht gelassen.“

Inzwischen weiß Julia: Da war sie dicht davor, ganz im Drogensumpf zu versinken. In der Szene der Junkies, des Straßenstrichs. Zu Hause gab es immer häufiger Streit. „Meine Mum hat natürlich gesehen, was mit mir los war“, sagt das Mädchen. „Ich hatte tiefe Augenringe, ging nicht mehr zur Schule.“ Über einen Bekannten hörte Julias Mutter schließlich vom „Come In“ in Hamburg.

„Sie hat ständig gesagt, ich soll dorthin gehen“, sagt Julia. „Das sei meine letzte Chance.“ Schließlich sagte sie ja. Zur Therapie.

„Ein Herz für Kinder“ unterstützt die Therapiehilfe in Hamburg, denn der Verein möchte seine Angebote für die Jugendlichen optmieren und ein zusätzliches Gebäude auf dem Gelände errichten. In dem Neubau sollen 18 Jugendliche ein Zuhause auf Zeit finden, da man sonst der wachdenden Nachfrage nicht mehr gerecht werden kann. So kann die Betreuung und Behandlung mit den schwerwiegenden Störungen und Defiziten in ihrer psychischen, gesundheitlichen und sozialen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen verbessert werden.

„Ein Herz für Kinder“

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