Diese Ärzte schenken Hoffnung

Mit rund 400 Freiwilligen aus aller Welt fährt die African Mercy an die Küsten Afrikas und hilft den Ärmsten dieser Welt

Als Somaya zur Welt kam und ihr Papa die Spalte in ihrer Oberlippe sah, ging er. Einfach so. Er verließ seine Tochter und ihre Mutter. Vielleicht wäre er geblieben, wenn er gewusst hätte, dass die Missbildung seiner Tochter entgegen seinem Aberglauben kein Fluch ist.
Und dass es Hilfe für Somaya gibt: auf dem größten zivilen Krankenhausschiff der Welt.

Die kleine Somaya (2) wurde mit einer Hasenscharte geboren
Foto: Josh Callow/Mercy Ships

Somaya ist eine von Tausenden Patienten, die bereits auf der „Africa Mercy“ behandelt wurden – einem Schiff, das auf den ersten Blick aussieht wie ein Kreuzfahrtdampfer.

Im Inneren aber geht es nicht um Urlaub und Entertainment, sondern darum, Leben zu retten: Statt Theater-Bühnen und Luxus-Suiten gibt es OP-Säle und Krankenzimmer. Statt Touristen wuseln 400 Helfer über die acht Decks. Viele von ihnen sind aus Deutschland, opfern ihren Urlaub, um ohne Bezahlung auf dem Schiff zu arbeiten.

Die „Africa Mercy“ ist 152 Meter lang, seit 2007 im Einsatz. An Bord fanden mehr als 30 000 Operationen statt. Derzeit liegt es in Guinea
Foto: Katie Keegan/Mercy Ships

Die BILD-Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ unterstützt die international tätige Hilfsorganisation Mercy Ships seit einigen Jahren und hilft so, die kostenlose Behandlungen der Patienten zu ermöglichen.

Die Arbeit auf dem Schiff ist voller unvorhersehbaren Situationen und unvorstellbaren Nöten. Doch für einige der Freiwilligen ist das Glücksgefühl und die Dankbarkeit helfen zu können so stark – dass sie bleiben: Silke Kessing (40) aus Hamburg zum Beispiel. Die Fachkraft für Anästhesie- und Intensivpflege ist seit drei Jahren an Bord.

„Einer der schönsten Momente war, als ein Patient mit deformierten Beinen nach der OP die ersten Schritte seines Lebens lief. Seine Freude war unbeschreiblich.“ Kessing weiter: „Aber es gibt auch herzzerreißende Fälle. „Einmal kämpften wir Stunden um das Leben einer kleinen Patientin – und verloren sie.“

Silke Kessing (40) ist Fachkraft für Anästhesie-Pflege – und lernte bei einem Vorbereitungskurs in Texas ihren heutigen Ehemann Ruben kennen
Foto: Michelle Murrey/Mercy Ships

Dies war allerdings ein Einzelfall. Einem Großteil der Patienten kann geholfen werden – wie Somaya. Alles, was von ihrer Kiefer-Gaumen-Spalte noch zu sehen ist, ist eine kleine Narbe, die irgendwann ganz verschwinden wird. Im Gegensatz zu der Narbe in ihrer Seele: Denn ihr Papa ist und bleibt verschwunden.

Nach ihrer Operation ist von der Hasenscharte so gut wie nichts mehr zu sehen
Foto: Katie Keegan/Mercy Ships
Ein Herz für Kinder

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