Der Krebs nahm Elena das Liebste in ihrem Leben

„Das Unglück und der Schmerz kamen ganz plötzlich.“ Als Elya (1) – wie sie kurz und zart von ihrer Mutter genannt wird – acht Monate alt war, fiel sie vom Sofa. Der Sturz hatte offenbar keine schlimmeren Folgen, auch der Arzt bestätigte dies. Eine Woche nach diesem Vorfall bemerkte Elena (26), Elmiras Mutter, beim Windelwechseln eine große Menge Blut.

Das Mädchen wurde in Kaliningrad ins Kinderkrankenhaus eingeliefert, dort fanden die Ärzte in Elmiras Niere einen kleinen Tumor. Einige Wochen später wurde sie operiert und die Chirurgen staunten: die Geschwulst ist in der kurzen Zeit seit der Entdeckung um das zehnfache gewachsen! Während der Operation wurde die Entscheidung gefällt, die betroffene Niere zu entfernen.

Nach der Entlassung aus dem örtlichem Krankenhaus wurde Elmira zur Komplettuntersuchung nach Moskau überwiesen. In der russischen Hauptstadt fanden die Ärzte die eigentliche Ursache für die Leiden des Mädchens: Einen seltenen Rhabdoid-Tumor. Eine Art Krebs, an der in Russland in 30 Jahren sieben Kinder erkrankt waren – drei davon überstanden es.

Ein Zyklus Chemotherapie folgte dem anderen. Mutter und Tochter lebten zwischen Kaliningrad und Moskau. Dem Vater wurden die Belastungen in der Familie offenbar zu groß, er verließ seine Frau und Elmira. Alle Sorgen, Probleme und deren Lösungen lasteten nun auf Elmiras Mutter und Großmutter.

Und die Probleme wurden größer: Im Herbst 2009 wurde bei Elya im Zuge einer Komplettuntersuchung eine Metastase in der Lunge entdeckt. Wieder wurde die Kleine operiert.

Ende Dezember kam die Kleine mit hohem Fieber erneut ins Krankenhaus. Eine Computertomographie zeigte neue Krebszellen im Bereich der Lunge. Die Ärzte teilten der verzweifelten Mutter mit, dass ihre Tochter nicht länger als drei Monate zu leben hätten.

Sie lehnten jede weitere Therapie ab. Sie entließen das todkranke Mädchen nach Hause, sagten der Mutter, sie solle sich auf das Schlimmste, das jede Minute passieren könne, vorbereiten.

Doch das kam für Elena nicht in Frage, sie suchte Hilfe am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf, wo man sich bereit erklärte, das Kind zu untersuchen.

Da die Mutter allein nicht die Kosten für die Behandlung in Hamburg aufbringen konnte, half „Ein Herz für Kinder“.

Doch auch in Hamburg wurde die verzweifelte Mutter mit furchtbaren Nachrichten konfrontiert. Die Ärzte wusste nach wenigen Untersuchungen, dass Elmira nicht mehr zu retten ist. Der Krebs war bereits zu weit fortgeschritten.

Elena und Elya fuhren zurück nach Hause mit Medikamenten, die dem Kind in seinen letzten Tagen die Schmerzen nehmen sollte. Keine Minute wich die junge Mutter von der Seite ihrer Tochter bis sie in ihren Armen für immer einschlief.

„Ein Herz für Kinder“

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