Mama malte Blumen auf meinen kahlen Kopf

Feli hat keine Angst vor dem Tod. Das Mädchen ist fünf Jahre alt und hat ganz andere Sorgen.

Etwa, dass ihre Haare, die nach der Chemo gerade wieder auf dem kahlen Köpfchen wachsen, noch mal ausfallen – jetzt, wo der Krebs wieder da ist.

Wo soll sie denn dann ihre lila Glitzerspangen befestigen?

Etwa 2000 Kinder erkranken in Deutschland jedes Jahr an Krebs. Für die Mehrzahl gibt es mittlerweile sehr erfolgreiche Therapien. Aber bei etwa 500 Kindern kommt die Krankheit zurück – und dann sind die Ärzte oft machtlos.

Genau das möchte das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg ändern – „Ein Herz für Kinder“ unterstützt die Studie der Mediziner mit 1 Million Euro.

„Die Behandlung von Rückfällen bei Kindern ist eines der wichtigsten Forschungsfelder in der Krebsmedizin. Aber auch eines der schwierigsten“, erklärt Prof. Stefan Pfister (40), Experte für Kinder-Onkologie. Der Professor und sein Team arbeiten daran, Kindern wie Feli eine Perspektive zu bieten.

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„Wenn man zum ersten Mal hört, dass das eigene Kind Krebs hat, ist man geschockt – aber man hat Ärzte, die Zuversicht ausstrahlen und wissen, was zu tun ist“, sagt Felis Mutter Maren. „Wenn der Krebs aber wiederkommt, steht man vor Ärzten, die einem sagen müssen, dass sie nicht mehr sicher wissen, welche Medikamente noch helfen könnten.“

Hoffnung macht jetzt eine neue Untersuchungsmethode am Deutschen Krebsforschungszentrum, mit der das Genmaterial von Tumoren dargestellt werden kann. Jeder Krebs wird durch unterschiedliche Faktoren zum Wachsen angeregt, man muss diese Veränderungen in der DNA finden, um das Wachstum der bösartigen Zellen gezielt hemmen zu können.

Bei Erwachsenen werden solche Veränderungen, die medizinisch Mutation heißen, schon bei vielen Krebsarten berücksichtigt – bei Kindern bisher kaum.

Prof. Pfister: „Wir möchten in einer große Studie alle Kinder, bei denen der Krebs zurückkommt, untersuchen. Zum einen, damit wir für die Kinder, die vor uns sitzen, passende Therapieansätze finden können, die bereits bei anderen Tumorarten wirken. Zum anderen, um für die Zukunft neue Therapien zu entwickeln.“

Nachdem die  Studie seit Januar 2015 läuft, zeigen sich erste Erfolge. Bei einem Kind gehen die Experten sogar trotz eines sehr seltenen und aggressiven Tumors am Hals davon aus, dass es vollständig geheilt werden kann.

Bislang konnten die Wissenschaftler mit der Studie etwa ein Drittel aller Kinder mit einem Tumorrückfall in Deutschland! Von der Förderung von „Ein Herz für Kinder“ haben bereits etwa 10 Kinder direkt profitiert, tatsächlich auch im Sinne von Therapieansprechen bei einzelnen Patienten.

Inzwischen bekommt das Krebsforschungszentrum so viele Anfragen aus anderen Ländern, dass beschlossen wurde, ab 2016 auch internationale Patienten zuzulassen.

SO KÖNNEN AUCH SIE KREBSKRANKEN KINDERN IN DEUTSCHLAND HELFEN

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hilft zusammen mit dem Deutschen Krebs-Konsortium (DKTK), der Deutschen Kinderkrebsstiftung und der Deutschen Krebshilfe mit der „Inform-Studie“ Kindern, bei denen eine Krebserkrankung zurückkommt.

Prof. Otmar Wiestler, Vorstand des DKFZ: „Wir geben schwer kranken Kindern eine zweite Chance. Eine Chance zu überleben. Deshalb ist die Inform-Studie uns so wichtig!“

Mit einer Gen-Untersuchung der Tumore können neue Therapie-Ansätze gefunden werden. Die Kassen übernehmen bisher die Kosten für diese Untersuchung (7000 Euro pro Kind) aber nicht. Auch die Behandlungen, die sich daraus ergeben, werden nur in etwa jedem zweiten Fall gezahlt (bis zu 10 000 Euro pro Monat je Kind). Der Grund: Es gibt nicht genügend Daten, ob die Therapien helfen.

Für die Kinder, bei denen Krebs zurückkommt, gibt es aber keine Therapie, für die gute Daten vorliegen – und sie haben nicht die Zeit, darauf zu warten, denn ihre Tumoren wachsen meist schnell und aggressiv. An dieser Stelle soll die Studie helfen und Therapien ermöglichen.

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
Spendenkonto 067 67 67
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IBAN DE60 2007 0000 0067 6767 00 | BIC DEUTDEHH