Fynn (9) hatte einen Schlaganfall

Kurz nach dem Karate-Training im letzten Oktober wird das Bein von Fynn (9) aus Essen ganz schwer.

Als auch noch seine Wange kribbelt, reagiert seine Mama Petra Petermeier (51) sofort: Keine Stunde später stellen die Ärzte in der Uniklinik Essen die seltene Schock-Diagnose: Schlaganfall beim Kind!

Der 9-Jährige kann sich noch gut an den Tag Ende Oktober erinnern: „Nach dem Training hat sich mein Bein angefühlt, als wäre es eine Tonne schwer.“

Als Fynn seiner Mama Petra von dem „doofen und nervigen“ Gefühl im rechten Bein berichtet, denkt sie zunächst an einen eigeklemmten Nerv. „Ich habe schon an seinem Gang gesehen, dass sein Bein nicht nur eingeschlafen ist. Mit einem Schlaganfall habe ich aber nicht gerechnet – doch nicht bei einem Kind“, sagt Petra Petermeier.

Doch dann klagt ihr Sohn auch noch über ein Kribbeln in der rechten Wange – für die Leiterin eines Pflegedienstes schrillen die Alarmglocken: „Ich bin täglich mit Schlaganfall-Patienten in Kontakt und kenne die Anzeichen“, sagt die 51-Jährige.

Sie macht mit Fynn einen Schlaganfall-Schnelltest: Checkt , ob sein Lächeln schief ist, ob er beide Arme ausstrecken kann und lässt ihn einen Satz nachsprechen.

Petra Petermeier zu BILD: „Der Test war nicht auffällig, trotzdem hatte ich ein komisches Gefühl und habe ihn mit meinem Mann sofort zum Kinderarzt geschickt.“

Die richtige Entscheidung!

Bis zu 270.000 Deutsche erleiden pro Jahr einen Schlaganfall. Kinder sind nur selten unter den Betroffenen: Schätzungen zufolge etwa 300 pro Jahr!

Während Mama Petra mit Fynns Zwillingsschwester Lea zu Hause wartet, überweist der Kinderarzt den Kleinen sofort in die Essener Uniklinik: Hier stellen die Ärzte die Diagnose Schlaganfall!

Dr. Adela Della Marina, Oberärztin der Kinderneurologie, erklärt: „Schlaganfälle bei Kindern sind sehr selten, aber sie kommen Schätzungen zufolge etwa 300 Mal im Jahr vor und werden oft nicht erkannt.“ Typisches Symptom für einen Schlaganfall beim Kind: Plötzliche Lähmungserscheinungen!

Im Uniklinikum reagieren die Experten sofort: Kinderneurologen und Schlaganfall-Experten aus der Erwachsenenmedizin arbeiten eng zusammen. Prof. Christoph Kleinschnitz, Direktor der Neurologie an der Uniklinik Essen, erklärt: „Weil diese Fälle so selten sind, ist Teamarbeit extrem wichtig, um die kleinen Patienten optimal zu versorgen! Die Schlaganfall-Experten bringen die Routine mit, die Kinderärzte die Expertise bei der Behandlung von Kindern.“

Denn: Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde! Leitende Ärztin der Kinderneurologie Prof. Ulrike Schara-Schmidt zu BILD: „Je schneller ein Schlaganfall erkannt wird, desto eher können Langzeitschäden verhindert werden. Deshalb ist es so wichtig, Symptome richtig einzuordnen. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig in die Klinik kommen.“

Die Ärzte machen ein MRT von Fynns Gehirn und finden ein Blutgerinsel, das sich im hinteren Teil seiner linken Gehirnhälfte festgesetzt hat. Sie entscheiden sich für ein Medikament – das eigentlich nur für Erwachsene zugelassen ist! Denn Studien mit Kindern gibt es nicht.

Prof. Martin Köhrmann (46), Leiter des Schlaganfall-Bereichs zu BILD: „Bei Erwachsenen gehört die Therapie zum Alltag, bei Kindern müssen die Medikamente aber ganz anders dosiert werden. Wir haben Fynn erst eine Spritze und anschließend eine Infusion mit einem Medikament verabreicht, das das Blutgerinsel in seinem Kopf auflösen sollte.“

Bleibende Schäden hat der Schlaganfall bei dem kleinen Karate-Kämpfer nicht hinterlassen. Fynn zu BILD: „Hätte Mama nicht so schnell reagiert, wäre ich gelähmt. Aber jetzt merke ich nichts mehr davon!“

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