Fynn hat seinen Tumor besiegt

Willkommen in der Zukunft, kleiner Fynn! Seine Haare sind nachgewachsen, und selbstbewusst ist er geworden – wie schön! Fynn, 3, aus Zittau ist wieder gesund. 2010 entdeckten Ärzte in seiner linken Niere einen Tumor, groß wie ein Babykopf.

Es folgten eine Operation, bei der auch die Niere entfernt werden musste, Chemo, Bestrahlungen. Eine schwere Zeit, auch für Mutter Yvonne Ufer. Sie ist alleinerziehend, hat zwei Töchter, 7 und 10, und bekommt Hartz IV.

Rückblick: Im Sommer 2010 hatte es Yvonne geschafft, etwas Geld zu sparen, fuhr mit den Töchtern Pauline (7), Elisa (10) und Fynn an die Ostsee. Yvonne: „Dort fiel mir plötzlich auf, dass Fynns Bauch dicker als bei gleichaltrigen Kindern war.” Sie tastete den Bauch genauer ab, glaubte eine Verdickung an der Niere zu fühlen. Der erste Besuch beim Kinderarzt blieb ohne Ergebnis. Als er häufiger Fieber bekam, ging sie wieder zum Arzt.

Im August die Diagnose: Tumor in der rechten Niere! Am bösartigen Nierentumor (Neuroblastom bzw. Wilmstumor) erkranken in Deutschland jährlich rund 150 Kinder. 90 Prozent vor Schulbeginn. Yvonne: „Er war so groß wie ein Babykopf. Der Arzt in Zittau sagte nur: ‚Sofort Tasche packen und mit dem Jungen zur Uni-Klinik nach Dresden!‘”

Dort bekam er vier Wochen lang Bestrahlung. Zwar wurde der Krebs kleiner, dennoch musste operiert werden. Am 8. September drei Stunden OP. Aber der Tumor ist zu groß – die Ärzte können seine Niere nicht retten. Für die optimale Heilung entscheiden sie eine anschließende Chemotherapie. Yvonne: „Er verlor nur wenige Haare. Oft war Fynn sehr schlapp.” Dann sagt sie: „Ich habe zwar kaum Geld, aber kann ihm bis heute die Brust geben. Meine Muttermilch baut ihn wieder auf.”

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Für Yvonne, die in einer kleinen Wohnung lebt, ihr Schlafzimmer mit dem Sohn und der jüngsten Tochter teilt, ist es nicht einfach. Sie hat kein Auto, ist auf Nachbarn angewiesen, die sie die fast 130 Kilometer zur Klinik und auch zurück fahren: „Bus oder Bahn sind für Fynn wegen der Infektionsgefahr zu gefährlich.”  Ihre letzten Euro gehen für die Transporte drauf. Doch sie ist stark, jammert nicht. In den Wochen, die sie an Fynns Klinik-Bett verbringt, kümmert sich ihre Mutter um die Töchter.

Inka Bause, die Fynn vor einem Jahr im Krankenhaus besucht hat: „Als Mutter und sozial denkende Frau bewegt mich dieses Schicksal sehr. Solche Menschen dürfen mit ihren Sorgen nicht allein gelassen werden.”

Am Tag, an dem Inka die Klinik besucht, ist auch die große MRT-Nachuntersuchung von Fynn, dem Worte  wie „Onkel Doktor” und „jetzt kommt Blut raus” schon über die Lippen gehen. Prof. Dr. med. Meinolf Suttorp (58): „Ich bin sehr zufrieden mit seiner Genesung. Die OP-Narben sind gut verheilt, es gibt keine Metastasen. Mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit wird er überleben und kann mit einer Niere alt werden.”

Wenn dann ein Kind todkrank wird, kommt man in jeder Hinsicht an seine Grenzen. „Ein Herz für Kinder“ half und finanzierte der Station, auf der Fynn lag, auch ein spezielles Ultraschallgerät, bei dem die Früherkennung von Tumoren wie bei Fynn noch besser möglich ist. Prof. Suttorp: „Darüber sind wir sehr froh. So ein Gerät, das mit mikroskopischer Genauigkeit Tumore erkennt und sogar die Blutfluss-Geschwindigkeit misst, gab es bei uns noch nicht. Der neue Apparat wird den kleinen Patienten das Röntgen und die MRT-Untersuchung ersparen.“

„Ein Herz für Kinder“

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