Das Gesicht der Armut

„Ich fühlte mich sehr vernachlässigt und vor allem von der ganzen Gesellschaft nicht mehr akzeptiert. Jedes Mal, wenn ich mich in der Öffentlichkeit zeigte, lachten die anderen über mich. Niemand wollte mit mir sprechen oder mit mir etwas unternehmen: weder beim Spielen noch bei sonstigen Kinder- bzw. Mädchenaktivitäten oder anderen Zusammenkünften. Ich fühlte mich sehr traurig und sehr einsam.“

„Das Gesicht der Armut“

In Salamatas Gesicht erinnert eine Narbe an die Berührung mit Noma. Ausgelöst durch Unterernährung und mangelnde Hygiene sucht die schwere bakterielle Infektionskrankheit überwiegend Kinder unter 6 Jahren aus Entwicklungsländern, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent, heim.

Hauptsächlich manifestiert sie sich im Gesicht, frisst ganze Teile davon weg. Die Überlebenden sind durch entsetzliche Verstümmelungen ein Leben lang gezeichnet und werden oftmals aus der Dorfgemeinschaft ausgegrenzt, verstoßen und verwaist. 

Diese vielen noch unbekannte Krankheit schlägt schnell und radikal zu. Ohne rechtzeitige Behandlung führt Noma in etwa 80 Prozent der Fälle zum Tod durch Verhungern, da die Kinder aufgrund einer Kieferblockade ihren Mund nicht mehr öffnen können.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich zwischen 80 000 und 90 000 Kinder an Noma.

Dabei kann man mit so wenig so viel erreichen: mit einfachen Antibiotika kann die Krankheit innerhalb von zwei bis drei Tagen geheilt werden. Sehr oft sind diese Antibiotika in den Gesundheitsstationen oder sogar in den Dörfern selbst vorhanden, jedoch mangelt es durch Informations- und Ausbildungsdefizite an der Möglichkeit, die Krankheit erkennen und dementsprechend behandeln zu können.

Hier setzt die Arbeit des deutschen Vereines Gegen Noma e.V., dessen Schirmherr Schauspieler Michael Mendl ist, an. In der Region Sahel im Norden Burkina Fasos soll Prävention durch nachhaltige Implementierung von Wissen über die Krankheit erreicht werden.

Denn: „Wir vertreten die Ansicht, dass diese Krankheit heutzutage nicht mehr existieren dürfte, da es in diesem Fall nicht um teure Medikamente geht, sondern nur um die Vermittlung von Basisinformationen über die Krankheit“.

Ziel des Projektes „Prävention Sahel“, das nach erfolgreicher Implementierung auf weitere Regionen ausgeweitet werden soll, ist es, die breite Bevölkerung aufzuklären und zu sensibilisieren. So sollen zukünftig in jedem Dorf alle Gesundheitsagenten und traditionellen Heiler in der Lage sein, erste Symptome der Krankheit frühzeitig zu erkennen, das Kind zu behandeln oder in ein Krankenhaus zu bringen.

Letztendlich sollen mit diesem Projekt, welches von den burkinischen Fußball-Nationalspielern Jonathan Pitroipa (Hamburger SV) und Aristide Bance (ehemals Mainz 05) unterstützt wird, direkt und indirekt die etwa 618 000 Kinder der Region Sahel vor Noma geschützt werden. So soll eine drastische Senkung der Nomaerkrankungen und der Todesfälle durch Noma erreicht werden.

„Ein Herz für Kinder“ unterstützt das auf vier Schritte und eine Dauer von 15 Monaten angelegte Projekt „Prävention Sahel“, damit das Gesicht der Armut endlich aus den Gesichtern der armen, burkinischen Kinder verschwindet.

„Ein Herz für Kinder“

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