Gerettet aus dem Kosovo-Krieg

Mit Hilfe von „Ein Herz für Kinder“ wurden die Schwestern 1999 nach Deutschland gebracht. Noch heute sind sie unzertrennlich

Ihre Tränen rührten 1999 die ganze Welt. Ihr Foto wurde zum Symbol des grausamen Kosovo-Krieges.

Albenita (22) verlor vor knapp 20 Jahren ihre Eltern – der Vater erschossen von serbischen Soldaten, die Mutter verschollen! Als die Bilder des weinenden Mädchens (damals 3) aus dem Kosovo-Dorf Bukos am 7. April 1999 um die Welt gingen, machten sich BILD-Reporter auf die Suche nach ihm.

So berichtete BILD am 7. April 1999: Die weinende Albenita (damals 3) auf der ersten Seite Foto: Stefano Laura

Und fanden das Kind in Albanien nur wenig später! Dorthin war Albenita mit Schwester Albiona (damals 1) und ihrer Oma geflüchtet. Mit Unterstützung der BILD-Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ wurden die drei am 10. April nach Deutschland gebracht.

In Hamburg wurden die Schwestern damals von einer Familie aufgenommen, mit neuen Kleidern und der Hoffnung auf ein friedliches Leben versorgt. Außerdem legte BILD hilft e.V. Wertpapiere für Albenita an.

„Ich erinnere mich nur noch wenig, aber ich weiß genau, dass ich in Deutschland keine Angst mehr hatte und wir herzlich willkommen wurden. Ich habe mich sehr wohl gefühlt“, sagt Albenita heute, als BILD sie in ihrer neuen Heimat Italien besucht.

Die Schwestern kurz vor der Flucht aus dem Kosovo 1999 Foto: Stefano Laura

Mit den Reportern blätterte Albenita ein altes Fotoalbum durch. Darin Fotos von ihr als kleines Mädchen und die Hochzeitsfotos ihrer Eltern. Selbst die Einladung zur „Ein Herz Für Kinder“-Gala im Jahre 2001 hat Albenita aufgehoben: „Ich konnte gar nicht begreifen, wie viel Anteil die Deutschen während der Sendung an meiner Geschichte nehmen. Ohne ,Ein Herz für Kinder’ hätten wir wohl nicht überlebt.“

Zusammen mit ihrer Schwester lebt sie fünfzig Kilometer nördlich von Venedig bei ihrer Tante. Hierher zogen die Mädchen 2003 nach dem Tod ihrer Oma.

Nicht nur die außergewöhnliche Geschichte der Flucht verbindet die Schwestern. Albiona leidet an einer schweren Form von Epilepsie. Albenita kümmert sich rund um die Uhr um sie: „Ich bin ihre Schwester, Mama und beste Freundin – so soll es auch bleiben.“



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