Das Theater der Greisen-Kinder

Die kleine Ballerina in dem rosa Kleidchen und den Rosen auf dem Kopf dreht eine Pirouette, wirft Kusshand ins Publikum. Gamze ist neun Jahre alt und hat die Gesichtszüge einer alten Frau.

60 Eltern im Publikum jubeln. In diesem Moment vergisst das Mädchen aus Hemmingen (bei Ludwigsburg) ihre schreckliche Krankheit.
Und fühlt sich wie eine Prinzessin…

DAS THEATER DER GREISENKINDER.

Gamze und die anderen kleinen Schauspieler, die auf dem Theaterschiff in Bad Cannstatt ihr eigenes Stück aufführten, leiden unter einer unheimlichen Erbkrankheit. Sie altern bis zu zehnmal so schnell wie andere Kinder.

Die so genannte Progerie stellt sich erst sechs Monate bis ein Jahr nach der Geburt ein. Die Symptome: Haarausfall, Kleinwüchsigkeit, Arterienverkalkung, Osteoporose. Und schließlich: Frühzeitiger Tod durch Herzinfarkt oder Schlaganfall.

17 dieser seltenen Greisenkinder aus ganz Europa trafen sich jetzt für sechs Tage in Stuttgart. Auf Einladung der kleinen Gamze.

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ unterstützt das Treffen, übernimmt die Übernachtungskosten in einem Stuttgarter Hotel.

„Diese Kinder sind Kämpfernaturen, wir Erwachsene können bei unseren täglichen Wehwehchen viel von ihnen lernen“, sagt Esma Pirlioglu Özkan (45), die sich für die Progerie-Selbsthilfegruppe engagiert und das Treffen organisiert. „Und wie alle Kinder verkleiden sie sich gerne.“

Das kleine Glück auf dem Theaterschiff dauerte 90 Minuten. Die Rollen der Mädchen: Prinzessinnen, die sich in die Jungs (Piraten)
verlieben.

Die Kinder ahnen, welches Ende sie erwartet. Auch die kleine Gamze. Sie war traurig, dass zwei ihrer Freunde, die beim letzten Treffen noch dabei waren, fehlten.

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Greisenkindes: 12 Jahre.

„Ein Herz für Kinder“

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