Hier bekommen Brandverletzte Hilfe

Dicke Tränen kullern über das Gesicht eines kleinen Jungen, während eine Krankenschwester den Verband am Arm abnimmt. Der Junge hat sich zu Hause an einer offenen Feuerstelle, wo gekocht wird, schwer verbrannt. Ein Kerosinkocher kippte um, lodernde Flammen ließen die Haut des Jungen am Oberkörper und Arm schmelzen.

Solche Unfälle passieren beinahe täglich in Eritrea. In den einfachen Lehmhütten fehlen Elektrizität oder Heizmöglichkeiten – es bleiben nur offene Feuerstellen. Vor allem Kinder und Frauen sind Opfer solcher Feuerunfälle, denn die Männer sind zumeist beim Militär. Rund 40 Prozent der Familien bestehen nur noch aus alleinerziehenden Müttern und ihren Kinder, die Kinder müssen – um die fehlenden Väter zu ersetzen – nicht nur im Haushalt mitarbeiten.

Video: Kinder mit Brandverletzungen

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Lange Zeit konnten die Brandverletzten in dem kleinen afrikanischen Land, dass nach dem jahrzehntelang währenden Krieg gegen Äthiopien wirtschaftlich und sozial ausgeblutet ist, nicht entsprechend versorgt werden, da es keine Spezialklinik gab. Wochenlang lagen die Patienten im Krankenhaus, ihre Wunden blieben unversorgt, oftmals sogar nur mit einem Bettlaken abgedeckt. Wenn die Patienten überhaupt überlebten, dann mit schrecklichen Entstellungen und erheblichen Funktionsbeeinträchtigungen.

Doch seit 2001 gibt es im Halibet-Krankenhaus von Asmara eine Brandverletztenstation mit angeschlossenem OP-Zentrum, in der Betroffene auf hohem medizinischen Niveau versorgt und gerettet werden können. Die Organisation „Archemed“ wird durch „Ein Herz für Kinder“ auf das Projekt in Eritrea aufmerksam.

Bis zu 21 Patienten werden hier von einem Chirurgen und zehn Krankenschwestern stationär behandelt. Zwei mal im Jahren kommen deutsche Ärzte nach Asmara, um das einheimische Personal zu unterstützen.

Ein Arzt: „Nachhaltige Wissensvermittlung ist das wichtigste Ziel unserer Einsätze. Wir möchten den einheimischen Medizinern Tipps und Hilfestellung geben, damit sie in der Lage sind, die Operationen selbst erfolgreich durchzuführen.“ So kann der Betrieb auch dann weiterlaufen, wenn keine deutschen Chirurgen vor Ort sind.

Selbstverständlich benötigen die eritreischen Mediziner auch die notwendigen Medikamente, Instrumente und Verbandstoffe, die von den deutschen Ärzteteams mit Unterstützung von „Ein Herz für Kinder“ mitgebracht werden.

Der Einsatz der deutschen Ärzte ist mehr als nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wichtige Grundlagenarbeit wurde in den vergangenen Jahren geleistet, die medizinische Infrastruktur verbessert. Das soll nun weiter ausgebaut werden. Ein Arzt: „Schritt für Schritt können wir gemeinsam unser Ziel erreichen, die medizinische Versorgung der Menschen in Eritrea nachhaltig zu verbessern.“

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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