Heim der Hoffnung für Gefängniskinder von Kathmandu

Wenn Eltern in Nepal aufgrund einer Straftat ins Gefängnis müssen, gibt es für die Kinder keinen Schutz, keine Betreuung. Sie müssen mit Ihren Müttern und Vätern unter unwürdigen Bedingungen im Gefängnis leben.

Viele Kinder in Nepal müssen mit ihren straffällig gewordenen Eltern unter unwürdigen Bedingungen im Gefängnis leben (Foto: ECDC)
Viele Kinder in Nepal müssen mit ihren straffällig gewordenen Eltern unter unwürdigen Bedingungen im Gefängnis leben (Foto: ECDC)

Pushpa Basnet (31) besuchte im Zuge ihres Bachelor Studiums in sozialer Arbeit vor 10 Jahren ein Gefängnis und wurde auf die Schicksale der Kinder aufmerksam. Um diesen Kindern zu helfen, gründete sie mit gerade einmal 21 Jahren im Jahr 2005 das „Early Childhood Development Center“ (ECDC) in Kathmandu.

Ihre Arbeit begann mit einem Daycare Center: Pushpa Basnet holte die Kinder morgens aus den Gefängnissen ab und brachte sie abends wieder zurück. Später wurde aus dem Daycare Center eine 24-Stunden-Betreuung. Derzeit erhalten 38 Kinder Unterricht in nahe gelegenen Schulen, warme Mahlzeiten, medizinische Versorgung und eine liebevolle Betreuung. Es wird gemalt, getanzt und gesungen.

Pushpa Basnet kümmert sich liebevoll um die Kinder von straffällig gewordenen Eltern, schenkt ihnen in ihrem Zentrum Zuwendung, Schutz und Betreuung (Foto: ECDC)
Pushpa Basnet kümmert sich liebevoll um die Kinder von straffällig gewordenen Eltern, schenkt ihnen in ihrem Zentrum Zuwendung, Schutz und Betreuung (Foto: ECDC)

Über die letzten 10 Jahre musste das Center vier Mal umziehen, da der Mietvertrag durch den Vermieter gekündigt wurde oder die Kinder, die aufgrund ihrer Herkunft durch ihre kriminellen Eltern ein soziales Stigma haben, nicht durch die Nachbarschaft akzeptiert wurden.

Die Kinder können bei Pushpa Basnet unbeschwerte Stunden verbringen (Foto: Privat)
Die Kinder können bei Pushpa Basnet unbeschwerte Stunden verbringen (Foto: Privat)

2012 wurde der US-amerikanische Dokumentarfilmer Thomas Morgan auf Pushpa Basnet und ihr soziales Engagement aufmerksam und drehte eine Dokumentation über ihre Arbeit („Waiting for Mamu“).  Durch die Aufmerksamkeit und ihr herausragendes soziales Engagement erhielt Pushpa Basnet 2012 den CNN-Hero Award. Mit dem mit 250 000 Dollar dotiertem Preis, weiteren Spenden und Unterstützung von Hollywood-Stars wie Susan Sarandon, konnte Pushpa Basnet ihren großen Traum verwirklichen: ein eigenes Heim für die Gefängniskinder –  das „Butterfly Home“.

Sie kaufte ein Grundstück außerhalb von Kathmandu – dass für die Kinder von der Schule aus in nur fünf Minuten zu erreichen ist. Im Oktober 2015 sollte das „Butterfly Home“ eingeweiht werden. Doch dann kam das schreckliche Erbeben Ende April – es zerstörte den Traum Pushpa Basnet und den Kindern, die sich bereits darauf freuten endlich ein festes Ersatz-Zuhause zu haben.

Der Rohbau des „Butterfly Home“ wurde durch das Erdbeben Ende April massiv geschädigt (Foto: ECDC)
Der Rohbau des „Butterfly Home“ wurde durch das Erdbeben Ende April massiv geschädigt (Foto: ECDC)
Die Bauarbeiten für das „Butterfly Home“ gehen gut voran (Foto: Privat)
Die Bauarbeiten für das „Butterfly Home“ gehen gut voran (Foto: Privat)

Das im Rohbau befindliche Haus wurde durch das Horror-Beben massiv geschädigt und muss nun zum Teil komplett neu errichtet werden. Durch die Schäden am Haus und auch an der Zufahrtsstraße haben sich die ursprünglich geplanten Kosten um 30 Prozent erhöht.

Damit Pushpa Basnets Traum doch noch wahr wird, erklärte sich „Ein Herz für Kinder“ bereit, das Projekt mit 379 000 Euro zu unterstützen. So können nun alle Ausbesserungen und weiteren geplanten Arbeiten durchgeführt werden.

So soll das „Butterfly Home“ aussehen, wenn es fertig gestellt ist (Foto: ECDC)
So soll das „Butterfly Home“ aussehen, wenn es fertig gestellt ist (Foto: ECDC)

Die Initiatoren hofft, dass ihr „Butterfly-Home“ trotzdem noch in diesem Jahr eingeweiht werden kann, in dem dann bis zu 70 Kinder aufgenommen werden können. Dann haben die Kinder endlich ein festes Ersatz-Zuhause, in dem sie liebevoll betreut und kindgerecht aufwachsen können.

Übrigens: Seitdem die Erde am 25. April in Nepal bebte, mangelt  es den Menschen noch an vielen Dingen. Besonders hart betroffen sind die Kinder in der Region, die durch das Erlebnis teilweise stark verängstigt und traumatisiert sind. Ihnen fehlt es nicht nur an den alltäglichen Dingen. Viele von ihnen haben ihre Eltern und ihr Zuhause verloren. Zudem wurden bei dem Erdbeben auch viele Schulen zerstört.

Deshalb brauchen die Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt, weiter Unterstützung. Wenn Sie den Kindern helfen möchten, können Sie hier spenden.

 

 (Foto: dpa)
(Foto:dpa )

„Ein Herz für Kinder“ unterstützt mit Ihrer Spende weitere Wiederaufbauprojekte in Nepal.

 

„Ein Herz für Kinder“

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