Millionen Kinder leiden

Ihre kleinen Körper sind vom Schlamm verschmiert, sie hungern, müssen unter freiem Himmel zwischen Schutt und Müll campieren.

Es sind die Kinder, die am meisten unter der Flutkatastrophe im Norden Pakistans leiden. Nach Angaben von UNICEF sind 6 Millionen Jungen und Mädchen von den Überschwemmungen betroffen. Viele Kinder haben ihre Eltern verloren oder wurden von ihnen getrennt.

Allein im Swat-Tal kümmern sich Helfer bislang um 80 Kinder, deren Eltern vermutlich nicht mehr leben. Auch unter den mehr als 1600 Toten sind zahlreiche Kinder.

Video: Überschwemmung in Pakistan

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Neben dem Mangel an sauberem Trinkwasser sind insbesondere die schlechten hygienischen Bedingungen für die Flutopfer am gefährlichsten. Die größten Gesundheitsrisiken für Kinder sind Infektionskrankheiten wie Durchfall und Masern. Besonders die Kinder, die mit ihren Familien in Notunterkünften lebten, seien durch leicht übertragbare Infektionskrankheiten wie Masern in ernster Gefahr, hieß es. Kinder, die an Durchfall erkrankten, könnten sehr schnell an Austrocknung sterben.

Das Ausmaß der schwersten Flutkatastrophe in Pakistan seit 80 Jahren übertrifft alle bisherigen Schätzungen. Für die Helfer ist dies nach Einschätzung der Vereinten Nationen einer der schwierigsten Noteinsätze aller Zeiten. Der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Andrej Mahecic: „Tausende Dörfer und Städte haben Überflutungen in einem solchen Maßstab seit Generationen nicht gesehen.”

Zu Flut und Zerstörung kommen die Seuchen.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) berichtet bereits von möglichen Cholerafällen in den Flutgebieten. Die medizinische Versorgung ist vielerorts zusammengebrochen. Hunderttausende Menschen warten auf Hilfe.

Doch die kommt nur sehr schleppend in den Katastrophengebieten an.

„Unsere größte Sorge sind die Menschen in den Gebieten, die wir immer noch nicht erreichen können”, sagt Dr. Mohammad Rafiq, Leiter der UNICEF-Hilfe in der besonders stark betroffenen Provinz Khyber Pukhtoonkhawa. „Die Menschen sind verzweifelt”. Oft bleibt ihnen nichts anderes übrig, als Schmutzwasser zu trinken.

Die Wut über die ausbleibende Hilfe treibt die Pakistaner auf die Straßen.

Hunderte aufgebrachter Einwohner demonstrierten in der Stadt Nowshera in einer der am stärksten von den Fluten betroffenen Gegenden. Sie forderten in Sprechchören eine bessere Versorgung mit Lebensmitteln und dringend benötigten Medikamenten.

„Wir sitzen hier mit leeren Händen und haben weder Geld noch etwas zu essen”, sagte Flutopfer Jalal Khan. „Unsere Kinder sterben in den Krankenhäusern, weil keine Medikamente da sind, nicht mal Impfstoff gegen die Cholera.”

NUN ERREICHT DAS HOCHWASSER AUCH DEN SÜDEN PAKISTANS.

In der Provinz Sindh wurden die besonders gefährdeten Gebiete entlang des Flusses Indus evakuiert, dort leben mehr als 350 000 Menschen. Saleh Farooqi von der dortigen Katastrophenbehörde sagte, eine Million Menschen in der Provinz könnten von den Fluten betroffen sein.

Damit stiege die Gesamtzahl der Flutopfer auf vier Millionen!

Kleiner Lichtblick aus dem Ausland!

US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, die USA wollten Pakistan „in den kommenden Tagen und Wochen” weiter unterstützen. Die Regierung in Washington stellte bereits zehn Millionen Dollar Nothilfe bereit, schickte Essensrationen und Hubschrauber ins Katastrophen-Gebiet. „Das ist erst der Anfang unserer Bemühungen”, sagte Clinton.

Deutsche Hilfe ist auch unterwegs. Am Mittwoch startete ein Konvoi der Hilfsorganisation Care aus elf Lastwagen mit Zelten, Tüchern, Moskitonetzen, Plastikmatten sowie Küchenutensilien und Hygieneartikeln in die überflutete Provinz Khyber Pakhtunkhwa.

„Ein Herz für Kinder“

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