Eine deutsche Ärztin schenkt ihm sein zweites Leben

Kinderintensiv-Station. Jassir (11/2) schläft unruhig, überall an seinem Babykörper Schläuche und Infusionen. Eine 15 Zentimeter lange Narbe zieht sich von seinem Hals bis zum Brustbein.

Herzchirurgin Dr. Sabine Däbritz (42), eine zierliche Person mit dicken schwarzen Haaren und großen warmen, braunen Augen, hat dem todkranken Jungen aus dem Irak das Leben gerettet. Die Oberärztin etwas müde nach der 5-stündigen Not-Operation:

„Der Kleine war halb tot, als er auf dem OP-Tisch lag. Es war wirklich dramatisch. Wir haben ein großes Loch in seinem Herzen geflickt und die Lungenschlagaderklappe geweitet.“

Jassir hat den Eingriff gut überstanden. „Mir geht das so unter die Haut, wenn da so ein Würmchen vor mir liegt, genauso alt wie mein kleiner Sohn. In solchen Fällen kann ich Beruf und Privat einfach nicht trennen, da bin ich auch immer ein bisschen Mutter.“ Lächelnd fügt sie hinzu: „Wenn alles weiterhin so gut läuft, kann Jassir in vier Wochen Dreirad fahren.“

Jassir ist eines von drei Kindern, das die BILD-Hilfsorganisation „Ein Herz für Kinder“ mit einer DRK-Maschine Montagnacht aus Bagdad nach Deutschland ausfliegen konnte. Ohne den Eingriff der Münchner Spezialisten hätte Jassir kein halbes Jahr überlebt.

„Wir hoffen, dass er bald wach wird“, sagt Schwester Bianca (23), „damit wir die Beatmung abstellen können. Dass er jetzt so rumzappelt, ist ein gutes Zeichen. Wir sind sehr zufrieden mit ihm, er entwickelt sich prächtig.“

Als wir, die BILD-Reporter, gehen wollen, läuft uns Jassirs Vater mit der Dolmetscherin wild gestikulierend hinterher. Er strahlt: „Eben hat Jassir zum ersten Mal die Augen aufgeschlagen, mich angesehen und gelächelt. Dann ist er gleich wieder eingeschlafen. Danke, danke, danke. Ich kann nicht in Worten ausdrücken, wie glücklich ich bin.“

„Ein Herz für Kinder“

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