Ein „magischer“ Anzug für Julia

Julia (12) leidet seit ihrer Geburt an einer infantilen spastischen Tetraparese mit erhöhtem Muskeltonus. Seit Jahren versucht ihre Familie durch Alternativtherapien wie z.B. Petö, Wasserauftriebstherapie oder Atlas-Profilax Julia das Leben leichter zu machen. Auch die Adeli-Therapie sollte Julia helfen, weitere Fortschritte zu erzielen.

Diese besondere Therapie stammt aus der Weltraumforschung und lindert die Leiden von Patienten mit Cerebral-Parese, spastischer Lähmung oder anderen Bewegungsstörungen. In einem speziellen Adeli-Anzug, der eigentlich für russische Astronauten entwickelt wurde, damit ihre Muskeln nicht in der Schwerelosigkeit schwinden, werden die Muskeln der Patienten stimuliert und trainiert.

Das größte Problem: Die Krankenkasse lehnte eine Kostenübernahme strikt ab. Erst nach langem Kampf gab es dann doch einen Zuschuss.

Im Juli 2009 besuchte Julia mit ihren Eltern zum ersten Mal das Adeli-Center in der Slowakei und erzielte bei dem Bewegungstraining unglaubliche Fortschritte.

Der Vater: „Das war für uns das Signal weiter zu machen. Obwohl wir noch nicht wussten, wie wir den nächsten ADELI-Kurs bezahlen sollten, meldeten wir uns für den Februar 2010 an.“ Die Familie bat „Ein Herz für Kinder“ um Unterstützung und die BILD-Hilfsorganisation war für Julia da, sodass sie zum zweiten Mal an einem Therapiekurs teilnehmen konnte.

Die Familie berichtet: „Julia wurde der so genannte ADELI-Anzug angepasst. Dieser Anzug besteht aus einer Weste, die im vorderen Bereich geschnürt wird, einer Short ähnlichen Hose, Kniebandagen und festem Schuhwerk. An jedem Teil befinden sich Haken und Ösen, an denen Gummibänder befestigt werden können, welche verschieden gespannt werden, dem Körper Halt geben und bei jeder Bewegung einen Widerstand erzeugen. Dies dient dem Muskelaufbau. Die Gummibänder wurden so gespannt, dass sich Julias Körper in einer Achse befand.“

Nachdem alles richtig gespannt und in Form gebracht worden ist, wurden auch schon die ersten Übungen zur Lockerung und zur Erwärmung gemacht. Dann musste Julia zeigen, was sie kann – stehen, laufen am Rollator, Kniebeuge und einen kleinen Ausdauertest.

Zum Abschluss kam immer das Schönste – eine Ganzkörpermassage. Für Julia war diese tägliche Massage das Ende eines jeden sehr anstrengenden Therapietages. Danach war sie immer wie neu geboren und konnte Kräfte für den nächsten Tag sammeln.

Welche positiven Auswirkungen hatte diese Therapie für Julia?

Die gesamte Körperspannung hatte sich enorm gesteigert. Dadurch wurde ihre Kopfhaltung und auch die Sitzhaltung in ihrem Rollstuhl besser. Das Selbstvertrauen ist enorm gestiegen. Sie kann jetzt längere Strecken in gerader Körperhaltung mit dem Rollator laufen.

Die Familie: „Julia wird in ihrem Leben nie einen Marathon-Lauf bestreiten. Die ADELI-Therapie gibt ihr aber die Chance zu mehr Selbständigkeit, und das tut ihr sehr, sehr gut, gibt ihr Mut und Selbstvertrauen für die Zukunft.“

„Ein Herz für Kinder“

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