Neue Kita in Beirut

Der Verein „Just Childhood“ setzt sich für die Kinder des palästinensischen Flüchtlingslagers Shatila ein. Obwohl ein Flüchtlingslager die Menschen eigentlich nur temporär beherbergen kann, leben die Menschen hier bereits seit Generationen.

Die palästinensischen Flüchtlinge genießen im Libanon keine Bürgerrechte und dürfen viele Berufe nicht ausüben. Doch obwohl die Lebensbedingungen dort katastrophal sind, tragen viele, insbesondere Kinder, die Hoffnung auf ein besseres Leben in sich.

Der Kindergarten Bait al-Shams (Haus der Sonne) kann 60 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreuen (Foto: Privat)
Der Kindergarten Bait al-Shams (Haus der Sonne) kann 60 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreuen (Foto: Privat)

Doch die Bildung der Kinder weist erhebliche Lücken auf. Die wenigen in Shatila vorhandenen Kindergärten können aus Geld- und Kapazitätsgründen nicht alle Kinder aufnehmen. Aus der Überzeugung, dass Bildung eine der wichtigsten Säulen der Entwicklungsarbeit ist, entstand die Idee für den Kindergarten Bait al-Shams (Haus der Sonne) mit einer Kapazität von 60 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren.

Bei Schuleintritt werden Grundkenntnisse des Lesens und Schreibens vorausgesetzt – die Kinder nur im Kindergarten erwerben können. Wer diese Kenntnisse nicht hat, bricht meist die Schule ab, da dem Lehrplan nicht gefolgt werden kann. Eine Studie der Amerikanischen Universität in Beirut hat 2011 die Ursachen der hohen Zahl von Schulabbrechern in den Flüchtlingslagern untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ein enormer Mangel an qualitativer frühkindlicher Bildung und Förderung herrscht.

Zu der Einrichtung gehört auch ein kleiner Spielplatz, auf dem die Kinder Spaß haben (Foto: Privat)
Zu der Einrichtung gehört auch ein kleiner Spielplatz, auf dem die Kinder Spaß haben (Foto: Privat)

Um Kindern und ihren Familien aus diesem Dilemma zu helfen und sie auf einen Weg zu einer eigenständigen Zukunft zu bringen, ist nun der Kindergarten in Beirut entstanden.

Neben dem Erlernen der obligatorischen Lese- und Schreibkenntnisse widmet sich die Arbeit der Einrichtung insbesondere der individuellen Förderung der Kinder. Sie werden in ihrer Entwicklung unterstützt, erleben das Zusammensein in einer Gruppe Gleichaltriger und erhalten das nötige Wissen, Sprachkenntnisse und soziale Kompetenzen.

Im September konnte die Kita eingeweiht werden (Foto: Privat)
Im September konnte die Kita eingeweiht werden (Foto: Privat)

Der Bau des Kindergartens in einem angemieteten Haus hat im Januar 2015 begonnen, die Renovierung konnte inzwischen abgeschlossen werden, sodass der Kindergarten Ende September 2015 eingeweiht wurde. Da die Kosten für die Innenausstattung der Einrichtung nicht aus eigenen Mitteln gedeckt werden konnten, erklärte sich „Ein Herz für Kinder“ bereit, diese zu übernehmen, sodass der Einweihung nichts mehr im Wege stand.

Der Kindergarten schenkt 60 Kindern Raum, um einfach Kind zu sein und Kreativität auszuleben – fundamentale Bedürfnisse, die bei Eltern und in den chronisch unterfinanzierten Schulen oft zu kurz kommen und zugleich Schlüssel sind für eine selbstbestimmte Zukunft.

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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