Herberge des Lebens

„Menschlichkeit braucht einen Platz“

Als der Arzt bei ihrem Bruder eine tödliche Krankheit diagnostizierte, brach für die kleine Maria (6) und ihre Familie eine Welt zusammen. Da waren viel Verzweiflung, Wut, Trauer und Angst.

Doch gemeinsam fasste die Familie wieder Mut und den Entschluss: „Wir möchten nach dem Schwenk des Lebens nicht die Ewigkeit – aber die Zeit, die unserem Sohn und Bruder noch gegeben ist, die möchten wir in Liebe, bewusst und würdevoll durchleben.“

Ein Kinderhospiz ist der Ort, an dem Familien und ihr todkrankes Kind Halt und Begleitung finden. Eine Herberge, die dem Leben zwar nicht mehr Tage, den Tagen aber mehr Leben schenkt.

Jetzt hat die Menschlichkeit ein neues Zuhause. Im Kinderhospiz auf dem Berg bei Tambach-Dietharz gingen die Lichter an. Eines der größten Spendenprojekte Mitteldeutschlands wurde Wirklichkeit. Es ist ein nachdenklicher Ort in fröhlichen Farben!

Seit 2008 hatten zahlreiche Prominente als Botschafter Spenden für dieses Projekt gesammelt. Ganz vorn mit dabei: Schauspieler Peter Sodann (75, Vater von vier
Kindern), der als Kommissar Bruno Ehrlicher in zahlreichen Tatorten für Gerechtigkeit sorgte: „Ich habe nur das getan, was notwendig war. Man muss wissen, was man zu tun und zu lassen hat im Leben. Es gibt ein Sprichwort von Goethe: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut – mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.“

Schauspiel-Kollege Wolfgang Winkler: „Hier haben Menschen, die vom Schicksal geschlagen wurden, eine Chance bekommen, ihr Leben in Würde zu beenden.“

In dem Kinder-und Jugendhospiz können bis zu zwölf Kinder, deren Lebenszeit zu Ende geht, betreut und deren Familien entlastet werden. Dafür wurden spezielle Therapie- und Aufenthaltsräume in traumhafter Umgebung geschaffen.

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht: „Ich freue mich, dass wir Dank vieler engagierter Helfer diesen Tag feiern können und dass eine Vision Wirklichkeit werden konnte.“ Und: „Dieses Haus der Menschlichkeit ist ein Musterbeispiel dafür, was Ehrenamtliche und Idealisten in unserer Gesellschaft leisten können. Hier hat die Humanität
ihren Platz gefunden.“

Sänger Roland Kaiser, der gerade nach einer Lungentransplantation sein Comeback feiert: „Als Vater ist es für mich selbstverständlich zu helfen.“

22 000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von einer lebensverkürzenden, tödlichen Krankheit betroffen. Die Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland konnte seit ihrer Gründung 2005 rund 4,6 Millionen Euro Finanzierungsmittel zusammentragen – darunter auch eine großzügige Spende von „Ein Herz für Kinder“.

Daneben wurde ein Netzwerk aus ambulantem Kinderhospizdienst aufgebaut. Mehr als 30 ehrenamtliche ausgebildete Familienbegleiter betreuen für den Verein Familien mit „lebensverkürzt erkrankten Kindern“.

In dem stationären Hospiz sollen bis zu 12 schwer kranke Kinder mit ihren Familien mehrmals im Jahr die Möglichkeit haben, in einer häuslichen Atmosphäre auszuspannen. Sie werden von einem Team aus Pflegekräften, Ärzten, Sozialpädagogen, Therapeuten, Psychologen und Seelsorgern betreut.

Nichts an dem Ort soll an ein Krankenhaus erinnern, das die oft mehrfachbehinderten Kinder und ihre Familien sonst umgibt.

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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