Der schwere Lebensweg der Kindersoldaten

„Du kriegst ein Gewehr und regelmäßig etwas zu Essen“, erzählen die Kinder von ihrer Zeit als Soldaten. Häufig war das eine Motivation für sie, sich freiwillig für die Armee rekrutieren zu lassen, allzu oft allerdings geschah dies unter Zwang und mittels Entführungen.

Stehen sie erstmal in Lohn und Brot der Milizen, beherrschen Angst und Gewalt den Alltag, die es den Kindern unmöglich machen, zu fliehen und nach Hause zurückzukehren.

„Ich bekomme zwar Alpträume davon, aber Töten ist für mich normal geworden, wie Händeschütteln bei einer Begrüßung“, erklärt ein Junge. Pamela, 13 Jahre alt, erzählt: „Ich bekomme immer noch Alpträume und wache schreiend auf. Sogar wenn ich nicht schlafe, habe ich Alpträume. Ich höre, wie man mir droht, mich zu töten“.

Nach ihrer Befreiung aus den Reihen der Milizen benötigten die Kindersoldaten eine besondere Betreuung. Viele von ihnen sind traumatisiert, entscheidende Lebensperspektiven verbaut. „Caritas International“ möchte zusammen mit der Unterstützung von „Ein Herz für Kinder“ die jungen Kämpfer entwaffnen, wieder ins zivile Leben integrieren und eine Rückkehr in ihre Familien ermöglichen.

Um das zu erreichen, unterstützt die Caritas fünf Übergangszentren, in denen die Jungen und Mädchen medizinisch und psychologisch betreut werden. Begleitend wird die Bevölkerung durch Öffentlichkeitsarbeit für das Thema Kinderrechte sensibilisiert. So soll der Druck auf die Milizenführer erhöht werden, die Kindersoldaten frei zu geben.

Um an die Kindersoldaten heranzukommen, bedarf es vieler Gespräche. Zunächst müssen die Behörden von dem Vorhaben überzeugt werden und die Abgabe der Waffen unterstützen. Wurde die Identität der Kinder festgestellt, erhalten sie ihre Dokumente. Erst mit den offiziellen Papieren über ihre Entwaffnung können sie ihre zivile Identität zurückbekommen. Die Caritas nimmt Kontakt auf zu den verschiedenen traditionellen Chefs und Milizenführern und versucht, diese davon zu überzeugen, die Kindersoldaten freizugeben.

Damit die Wiedereingliederung in Gesellschaft und Familie gelingt, ist es in einem zweiten Schritt nötig, die Kinder wieder an die Schule zu gewöhnen. Krankheiten müssen behandelt und die Kinder zu ihren Familien gebracht werden. Oft bedarf es einer intensiven Suche, um die Familien überhaupt zu finden, da die Kinder zum Teil aus ganz anderen Regionen rekrutiert worden sind. Eine weitere Aufgabe der Caritas ist die psychologische Betreuung und das Angebot von Freizeitaktivitäten.

Längerfristiges Ziel ist es, die Bevölkerung zu sensibilisieren für die Einhaltung von Kinderrechten. Dazu werden öffentliche Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt und Radiosendungen ausgestrahlt.

Die Partnerorganisation für dieses Projekt ist die Caritas der Diözese Goma, mit der Caritas international bereits seit 1994 zusammenarbeitet.

(Quelle Caritas international)

„Ein Herz für Kinder“

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