Rollstuhlkind Ramona (6) – so lernt sie laufen

Ramona (6) kann ohne Hilfe laufen. Und sie tritt dabei mit dem ganzen Fuß auf. Ein bisschen mühsam noch, sie muss sich konzentrieren. Aber es geht. Nichts Besonderes für eine gesunde Sechsjährige. Aber für Ramona fast ein Wunder. Seit ihrer Geburt sind ihre Beine spastisch gelähmt. Die Ärzte hatten ihr ein Leben im Rollstuhl prophezeit.

Den wird Ramona nie mehr brauchen.

Was wie ein Wunder scheint – Ramona hat sich den Erfolg durch jahrelanges intensives Training selbst erarbeitet. Aber einer hat ihr dabei geholfen: Professor Vladimir Kozijavkin, Facharzt für Neurologie und Manualtherapie in Truskavetz (Ukraine). Ein Mann wie ein Bär. 1,90 m groß, stattlich. Seine Hände sind riesig. Mit diesen Händen kann er heilen. BILD hat ihn besucht.

Rund 1500 Patienten aus aller Welt pilgern jährlich in sein „Institut für medizinische Rehabilitation“ in dem kleinen Kurort am Fuße der Karpaten. 22 Ärzte und 45 Therapeuten arbeiten hier. Kozijavkins Therapiekonzept: Er geht davon aus, dass spastische Behinderungen sich auf die Wirbelsäule auswirken. Durch spezielle Drehbewegungen löst Kozijavkin die blockierten Wirbel. Einmal täglich, zwölf Tage hintereinander. Massagen, Krankengymnastik, Gelenklockerung und Laufbandtraining ergänzen den Stundenplan. Zu Hause trainieren die Kinder weiter, um die Erfolge zu stabilisieren. Und kommen jedes Jahr wieder. Wie Ramona: Sie ist zum 6. Mal in der Ukraine. „Und immer kommt sie wieder ein Stück voran“, sagt ihre Mutter.

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Professor Kozijavkin, was ist Ihr Geheimnis?

„Die Therapie – und Motivation. Wir machen den Kindern Mut, immer noch einen Schritt weiter zu wagen. Wir wecken spielerisch ihren Ehrgeiz. Dafür veranstalten wir eine Kinderolympiade. Nach einer Woche zeigt jedes Kind was es kann. Erfolg macht selbstbewusst, die Kinder trauen sich mehr zu. Und haben Lust, zu Hause weiter zu arbeiten.“

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Arianus (4) ist zum ersten Mal bei Kozijavkin. Ein wacher kleiner Junge. Auch seine Beine sind spastisch gelähmt. „Ari lief erst mit zweieinhalb Jahren“, sagt seine Mutter Heidi, „er läuft in X-Bein-Stellung, kriegt die Knie kaum auseinander und geht mit Spitzfuß“.

Was hat die Therapie gebracht?

„Ari ist lockerer und sicherer geworden. Er kann jetzt auf dem ganzen Fuß stehen, und macht die ersten korrekten Schritte. Und Schneidersitz fällt ihm viel leichter. Für mich ist es wie ein Sechser im Lotto, dass BILD und „Ein Herz für Kinder“ uns die Therapie ermöglicht hat.“

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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