In Peru kämpft sie gegen das Elend der Straßenkinder

Es heißt, die Augen seien der Spiegel der Seele. Blickt man in die von Pedro Julca Pincos (11), taucht man in die Dunkelheit ein. Kein Lachen, keine Freude. Kinder in seinem Alter sollten unbeschwert, fröhlich und glücklich sein, aber Pedros braune Augen erzählen von Leid und Trauer.

In ihnen spiegelt sich seine eigene Geschichte: Pedro ist ein Straßenkind in Lima, der Hauptstadt in Peru. So wie er wachsen in ganz Südamerika 20 Millionen Kinder auf: Anstatt die Schule zu besuchen, gehen Mädchen und Jungen unter 14 Jahren arbeiten – für Geld, für Essen, fürs Überleben. Denn Peru ist nicht nur das Land der Inkas, Alpacas (eine Lama-Art) und Panflöten – es ist auch das Land der Armut, Kinderarbeit und Hoffnungslosigkeit. Eine Zukunft haben diese Mädchen und Jungen meist nicht – denn ohne Schulausbildung schaffen sie nie die Flucht aus der Armut.

Um die Kids vor der Straßenarbeit zu schützen und ihnen eine Chance auf Bildung zu bieten, errichtete das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Zusammenarbeit mit „Ein Herz für Kinder“ ein Kinderzentrum. Initiatorin des Projekts ist Jeanette (23). Vor zwei Jahren wurde sie für ihr Engagement zur Botschafterin des DRK ausgezeichnet – und seit einem Jahr betreut sie in Peru ihr eigenes Hilfsprojekt. Jetzt wollte sich die Sängerin vor Ort selbst ansehen, was mit den Spenden bewegt worden ist.

„Mein Herz hat mir gesagt, dass es sehen will, welche Menschen hier leben und wie es den Kindern geht“, sagt Jeannie nach ihrer Ankunft. Was war der Grund für ihren besonderen Einsatz? „Wenn man eine so schöne Kindheit gehabt hat und ein so schönes Leben genießen kann wie ich, dann will man das auch zurückgeben – es war mir ein inneres Bedürfnis!“ Vor einem Jahr begann sie mit dem Sammeln von Spenden: Den Startschuss für ihr eigenes Projekt „Las Luces“ (zu deutsch: „Die Lichter“) gab sie bei der ARD-Show „Star Quiz“: Dort gewann sie 15 000 Euro, die sie – neben weiteren 15 000 Euro – direkt spendete. In anderen TV-Sendungen wie auch auf ihren Tour-Flyern machte sie auf das Schicksal der Kinder aufmerksam und rief zu Spenden auf.

Mit Unterstützung von „Ein Herz für Kinder“ kamen bislang insgesamt 50 000 Euro zusammen. Vor zwei Monaten wurde davon in Lima das Kinderzentrum „Las Luces“ errichtet – als Kampf gegen die Kinderarbeit in San Juan de Lurigancho, einem der ärmsten Stadtteile in der Acht-Millionen-Metropole.

74 Prozent der Kinder hier arbeiten zwischen fünf und sieben Tage die Woche, 61 Prozent sogar jeden Tag. In der ehemaligen Klinik können jetzt bis zu 300 von ihnen betreut werden, während ihre Eltern arbeiten – so sollen sie nicht mehr gezwungen sein, auf die Straße zu gehen. Im neuen Haus „Las Luces“ sollen sie mit anderen Kindern spielen und vor allem Schulhilfe bekommen.

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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