Lehrerin demütigt Schüler

Wie weit darf eine Lehrerin gehen, um ihren Schülern Disziplin beizubringen? Am Rande von Hamburg sorgt jetzt ein Vorfall für Entsetzen: Weil der kleine Leon (8) seine Sachen vergessen hatte, schrieb ihm die Lehrerin als Strafe mit einem wasserfesten Stift „Bücher“ aufs Gesicht!

Seine kleinen Hände zittern, sein Blick fixiert den Boden, als Leon von den schlimmen Erlebnissen erzählt. „Sie hat gesagt, ich bin selber schuld, weil ich immer meine Bücher vergesse“, sagt Leon (8). Die unfassbare Demütigung geschieht vor den Augen der Mitschüler.

Die Klasse grölt vor Lachen, als die Lehrerin (mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung) Leon nach vorn holt, um ihm die „Erinnerung“ ins Gesicht zu schreiben.

Mit der Brandmarkung durch die Lehrerin beginnt für den Drittklässler eine schlimme Leidenszeit. Seine Mutter erzählt: „Seitdem hat er in der Schule einen schweren Stand, wird gehänselt und verprügelt.“

• In einer großen Pause krallen sich zwei Mitschüler den Achtjährigen, binden ihm ein Seil um den Hals – und ziehen zu. Leon: „Ich hatte Angst. Und meine Lehrer waren nicht da.“

• Ein älteres Mädchen verprügelt Leon mit zwei anderen Kindern in der Schul-Cafeteria. Wieder ist kein Lehrer in der Nähe! Leon fliegt gegen eine Wand, liegt am Boden, die Mitschüler treten weiter zu. Die Direktorin kühlt später sein Ohr – und lässt ihn Hausaufgaben machen! Bis Leon die Schmerzen nicht mehr erträgt. Im Krankenhaus diagnostizieren die Ärzte: stumpfes Bauchtrauma, Gehirnerschütterung, Nierenprellungen.

Leons Mutter hat gegen die Lehrerin, die ihm ins Gesicht schrieb, und gegen die Eltern der Prügel-Kinder Strafanzeige erstattet. Die Direktorin der Lauenburger Grundschule äußerte sich gegenüber BILD nicht zu den Vorwürfen.

Birgit Groß (59), Schulrätin vom zuständigen Ratzeburger Schulamt: „Nach jetzigem Recherchestand liegt keine Aufsichtspflichtverletzung der Lehrer vor. Aber was die Lehrkraft getan hat, das geht wirklich nicht. Das finde ich persönlich entwürdigend.“

Ob die Lehrerin suspendiert wird, hängt von den Ermittlungen des Staatsanwalts ab. Die seelischen Schäden des kleinen Leon kann all das nicht heilen. Er war seit dem letzten Vorfall am 23. November nicht mehr in der Schule, hat panische Angst. Ab Montag wechselt Leon auf eine andere Grundschule.

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