Lieferungen, die Leben retten

Das Erdbeben vom 12. Januar hat mit Haiti eines der ärmsten Länder der Welt getroffen. Neben der schwachen Wirtschaft litt das Land auch unter einer instabilen politischen Lage mit zahlreichen Unruhen. Es gibt 300 000 Tote, 250 000 Verletzte, insgesamt sind drei Millionen Menschen von den Auswirkungen des Bebens betroffen.

Das Ausmaß der Zerstörung in einem Ballungsraum – insbesondere der Hauptstadt – und die hohe Anzahl der betroffenen Menschen führt dazu, dass die Nothilfephase weit länger andauern wird als das normalerweise nach Naturkatastrophen der Fall ist. Das heißt, der Wiederaufbau von zerstörten Straßen, Krankenhäusern, der Wasser- und Hygiene-Versorgung wird nach Expertenschätzungen frühestens in sechs Monaten beginnen.

Besonders schwierig wird die Situation ab April. Wenn die Regenzeit einsetzt, sind Zelte und Sanitäranlagen lebensnotwendig.

In Haiti stehen Helfer vor einer Katastrophe bislang unbekannten Ausmaßes, da eine ganze Region zerstört worden ist. In anderen Katastrophengebieten waren immer nur punktuell Landesteile betroffen, sodass man auf Personal und Ressourcen aus anderen Regionen zurückgreifen konnte. Das ist in Haiti anders. Hier gibt es keine funktionierenden Behörden, keine medizinische Versorgung, kein ausgebildetes Personal. 

Eine weitere Besonderheit: Normalerweise ist es möglich, Materialien für den Wiederaufbau und Lebensmittel direkt vor Ort zu besorgen. In Haiti ist das nicht der Fall. Es muss praktisch jede Schraube und jede Schaufel im Ausland beschafft werden.

Um den Menschen im Land zu helfen, hat die Hilfsorganisation Human Plus bislang 62 Tonnen Hilfsgüter nach Haiti geschickt. Es fehlt tonnenweise an Hilfsgütern wie beispielsweise Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medikamenten, Decken und Zelten.

Vor Ort werden die Waren zusammen mit anderen Organisationen wie z.B. „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ verteilt wie an das Kinderdorf St. Hélène, das Kinderkrankenhaus St. Damien, Schulen, ein Public Health Center, die mobile Ambulanzstation „Saint Luc“ und zwei Tageszentren für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.

Das Krankenhaus St. Damien, als eines der wenigen noch funktionierenden Spitäler, wurde in ein Trauma MASH Unit umfunktioniert, in dem täglich Dutzende Operationen durchgeführt werden, ein Großteil davon leider Amputationen. Insgesamt gab es ca. 20 000 Amputationen nach dem Erdbeben.

Damit die Hilfsgüter verteilt werden können, ist der „Ein Herz für Kinder“-Helikopter seit Wochen im Dauereinsatz. „Der Hubschrauber ist wichtig, sehr wichtig“, betont Anestis Ioannidis, Vorstand der Hilfsorganisation Human Plus. Denn Human Plus konnte mit Unterstützung von „Ein Herz für Kinder“ und der Wallersteiner Hubschrauber-Firma „Heli Aviation“ – einen Helikopter nach Haiti überführen.

„Ein Hubschrauber ist bei der desolaten Infrastruktur in Haiti wie ein Sechser im Lotto“, betont Ioannidis. Denn nur so könne man garantieren, dass die vorhandenen Hilfsgüter, aber auch Ärzte und Sanitäter in der Hauptstadt Port-au-Prince und den umliegenden Katastrophengebieten ans Ziel gebracht werden könnten; da, wo sie benötigt werden.

„Und nicht zu vergessen die Schwerverletzten“, betont Ionannidis, „sie können nur mit einem Helikopter ausgeflogen werden.“ 

„Ein Herz für Kinder“

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