Luftbrücke rettet Kinder

Es ist die größte humanitäre Luftbrücke in Europa in den vergangenen Jahren! Eine Boeing 737 holte Mitte Oktober 2007 59 schwer verletzte Kinder aus Afghanistan nach Hamburg. Sie warteten auf dem Rollfeld in Kabul auf den Flieger der Hoffnung – ihre einzige Chance zu überleben.

Bei Sonnenaufgang öffnen sich die Türen, die Kinder werden an Bord getragen. Unter ihnen Sabur (7) aus dem Dorf Herat. In einem Feuergefecht durchschlug eine Kugel seinen Fuß. „Mit den medizinischen Mitteln in Afghanistan könnten wir ihn nicht retten“, sagt Dr. Matthias Angrés (49) vom Hamburger Albertinen-Krankenhaus.

Die kleinen Passagiere müssen Eltern und Geschwister zurücklassen. Viele weinen, rufen nach ihren Müttern. Der Schrei nach „Mama!“ klingt in jeder Sprache gleich.

Die Albertinen-Stiftung und „Kinder brauchen uns e. V.“ haben den Hilfsflug organisiert. Der Verein BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ unterstützt die Luftbrücke. 20 bereits gesund gepflegte Kinder wurden in Kabul gegen die 59 kranken ausgetauscht.

Die ersten beiden Reihen an Bord bauen vier Ärzte zur Notfallambulanz um. Der kleinen Sakina (8) geht es besonders schlecht. Sie hat einen vierfachen Herzfehler, atmet über eine Sauerstoffmaske. Zwei Reihen hinter ihr sitzt Roqiah (11). Granatsplitter in ihrem Bein haben eine Knochenmarksentzündung ausgelöst.

Nach acht Stunden landet die Maschine in Hamburg. Eine Rettungswagen-Armada übernimmt die Kleinen. Sie werden auf 30 deutsche Kliniken verteilt – und dort hoffentlich wieder gesund.

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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