Luka (4): Mein Herz kann weiterschlagen

Luka (4) kommt 2004 in Tiflis (Georgien) mit einem komplexen angeborenen Herzfehler, der sogenannten Fallot-Tetralogie, zur Welt.

Schon mit 9 Monaten wird er in Tiflis operiert, und trotz eines weiteren Eingriffs im Jahr 2007 verschlechtert sich sein Zustand so sehr, dass ein georgischer Kardiologe den Eltern empfiehlt, ihren Sohn in Deutschland operieren zu lassen.

Prof. Dr. Deniz Kececioglu, Direktor der Klinik für Angeborene Herzfehler/Kinderkardiologie im Zentrum für Angeborene Herzfehler im Herz- und Diabeteszentrum NRW sagt sofortige Unterstützung zu.

Im Bad Oeynhausener Zentrum für Angeborene Herzfehler werden alle Arten angeborener Herzfehler unter der Leitung des erfahrenen Kinderherzchirurgen Dr. Eugen Sandica durchgeführt – insgesamt über 400 Eingriffe jährlich.

Dank privater Kontakte und vieler Bemühungen von Carina Podgornik, die als Übersetzerin und Dolmetscherin seit 15 Jahren in Ostwestfalen tätig ist, wird Lukas Reise von Georgien nach Deutschland organisiert.

Für ihn und seine Eltern beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Denn die Georgier zögern die Kostenzusage für die aufwendige OP hinaus.

Erst im September 2008 steht fest, dass Luka dank der Unterstützung von „Ein Herz für Kinder“ in Bad Oeynhausen behandelt werden kann.

Zu diesem Zeitpunkt geht es ihm schon sehr schlecht, er leidet an Anfällen und ist so schwach, dass er nur wenige Schritte alleine laufen kann.

Im Dezember endlich kann Luka operiert werden – eine Rettung in letzter Sekunde!

Die sehr schwierige Operation dauert acht Stunden – und ist erfolgreich: Das Weihnachtsfest darf Luka bereits wieder bei seiner Gastfamilie in Porta Westfalica feiern. Den Jahreswechsel erlebt er gemeinsam mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder in Tiflis.

Am letzten Tag des Jahres meldet sich der behandelnde Kardiologe aus Georgien: Luka gehe es unglaublich gut, unendlich groß sei der Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass sein kleines Herz weiter schlagen wird.

 

 

Was ist eine Fallot-Tetralogie?

Die Fallot-Tetralogie (auch Fallot’sche Tetralogie) ist eine angeborene Herzfehlbildung, die etwa 10 Prozent der angeborenen Herzfehler ausmacht. Sie besteht aus vier Komponenten (daher Tetralogie): einer Pulmonalstenose, einem Ventrikelseptumdefekt, einer über der Herzscheidewand reitenden Aorta sowie einer nachfolgenden Rechtsherzhypertrophie.

Die auch im Deutschen bei Medizinern gebräuchliche Abkürzung ToF leitet sich aus dem Englischen Tetralogy of Fallot ab.

Eine Besonderheit der Fallot-Tetralogie sind hypoxämische Anfälle. Bei einem solchen Anfall werden die Kinder unruhig und ängstlich, die Herzfrequenz steigt auf Werte zwischen 140 bis 160 Schläge/Minute. Die Kinder können grau-blass-blau erscheinen und das Bewusstsein ist getrübt, bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Es ist zu erwarten, dass sich die heute operierten Kinder normal entwickeln und im Erwachsenenalter eine normale körperliche Belastbarkeit und gute Lebensqualität erreichen. Jedoch kann der Verlauf, wie bei allen komplexen angeborenen Herzfehlern, unterschiedlich sein. Früher operierte Patienten, bei denen die Korrekturoperation aus technischen Gründen (fehlende frühe Diagnose- und Operationsmöglichkeiten) erst im Kindes- oder Jugendlichenalter vorgenommen wurde, sind möglicherweise nicht mit den heutzutage operierten Kindern zu vergleichen.

 

Weitere Informationen: www.hdz-nrw.de

„Ein Herz für Kinder“

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