Mateo hat den Kampf verloren

Seinen zweiten Geburtstag hat der kleine Mateo aus Peru leider nicht mehr erlebt. Fünfzehn Tage vorher verlor den Kampf gegen seine Krankheit. Etliche Knochenmarkspenden und eine Chemotherapie brachten keinen Erfolg. Die Krankheit war schon zu weit fortgeschritten.

Dabei schien alles so aussichtsreich. Die dritte Knochenmarkspende von seiner Mutter im Juli 2011 wurde endlich angenommen, der Zustand des kleinen Jungen verbesserte sich. Es sollte nur noch eine stationäre Behandlung in strenger Isolation von zwei bis drei Monaten im Uniklinikum Ulm erfolgen. Dann sollte es zurück in seine Heimat gehen.

Der kleine Sonnenschein – er faszinierte sogar die Ärzte: „Es ist unglaublich: Der Kleine hat schon so viel durchgemacht und ist trotzdem so fröhlich“, sagt der behandelnde Arzt in der Uniklinik Ulm über den kleinen Fratz, der in seinem Bettchen fröhlich vor sich hin gluckst und brabbelt.

Und unglaublich ist die Krankengeschichte von Mateo, gerade mal anderthalb Jahre alt, wirklich: Im November 2009 kam das langersehnte Wunschkind von Oty (30) und ihrem Mann in Peru zur Welt. Doch schon mit sechs Monaten diagnostizierten die Ärzte bei ihm eine schwere Krankheit: maligne infantile Osteopetrose, auch bekannt als Marmorknochenkrankheit.

Bei Mateo macht sich diese Krankheit durch schwere Sehstörungen und beginnendes Knochenmarkversagen bemerkbar. Die Krankheit ist sehr selten, konnte nicht medikamentös, sondern nur durch eine Knochenmarktransplantation behandelt werden.

Eine solche in Peru durchzuführen war aber, aufgrund fehlender medizinischer Ausstattung, unmöglich. Die junge Mutter suchte im Internet nach Behandlungsmöglichkeiten für ihren Erstgeborenen und fand die Uniklinik Ulm, an der ein Spezialist schon seit mehr als 15 Jahren Osteopetrose bei Kindern erforscht. Nach einem erfolgreichen Spendenaufruf in Peru durch Mateos Eltern konnten sie Ende 2010 nach Ulm zur Behandlung anreisen.

Unglücklicherweise fand sich kein passender Spender für Mateo, sodass sein Vater Knochenmark spendete. Dies führte bei Mateo zu heftigen Abstoßungsreaktionen und er musste eine Chemotherapie über sich ergehen lassen.

Auch die zweite Transplantation mit dem Knochenmark seiner Mutter führte zu derselben Reaktionen. Erst ein dritter Versuch, nach einer hoch dosierten Chemotherapie und spezieller Aufbereitung der Stammzellen seiner Mutter, der im Juli 2011 durchgeführt wurden, zeigte Erfolg. Das Transplantat wuchs an. Der Zustand des kleinen Sonnenscheins verbesserte sich langsam.

„Ein Herz für Kinder“ beteiligte sich an den Kosten der Behandlung, die anfänglich so erfolgreich verlief. Doch durch unerwartete Komplikationen verstarb der kleine Junge plötzlich in den Armen seiner Mutter.

„Ein Herz für Kinder“

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