„Ein Herz für Kinder“ rettete Milenas Leben

Milena (12) strahlt und ist glücklich. Sie geht in die 4. Klasse und heute ist ihr nicht mehr anzusehen, dass ihr Leben vor knapp neun Jahren auf Messers Schneide stand.

Rückblick: Darf man auf den Tod eines fremden Kindes hoffen, um das eigene zu retten? Dieser Gewissenkonflikt brachte die Mutter von Milena (damals 3) fast um den Verstand. Ihr kleines Mädchen wurde im Februar 2003 mehr tot als lebendig ins Deutsche Herzzentrum nach Berlin gebracht.

In der Heimat der Eltern, das ehemalige Jugoslawien, konnte dem Mädchen keiner mehr helfen, nur Maschinen hielten sie noch am Leben. Ein Infekt hatte Milenas kleines Herz zerstört, nur ein Spenderherz konnte sie retten.

Dringlichkeitsstufe 1 bei der Organzentrale Eurotransplant. Ein Wettlauf mit der Zeit. Gesucht: das Herz eines Kleinkinds mit der äußerst seltenen Blutgruppe 0. Jeden Tag betete Mama Dragana in der Klinikkapelle: „Die Wartezeit war die schlimmste Prüfung meines Lebens. Es musste ja erst ein anderes Kind sterben, damit Milena leben kann. Darf man für den Tod eines fremden Kindes beten? Aber der Priester hat uns gesagt, dass es nicht falsch sein kann, für sein Kind zu hoffen…“

Milenas Zimmer in der Klinik ist abgedunkelt, es ist ganz still, Monitore blinken. Sie schaut mit großen Augen ins Leere. Herzförmige Pflaster befestigen die Magensonde in ihrem Gesicht. Milena ist zu schwach zum Essen.

Auf ihrem kleinen Bauch puckert das Kunstherz, groß wie ein Apfel – die Brücke zu ihrer Zukunft, es hält Milena am Leben bis zum Tag X.

Kleine Ikonenbildchen am Kopfende des Bettes sollen Milena beschützen. Am Fußende von Milenas Bettchen hat ihre Mama die kleinen blauen Stiefel ihrer Tochter festgeknotet. Zeichen der Hoffnung für die ersten Schritte ins neue Leben. Wenn alles gut geht. Wenn sich ein Spenderherz findet und wenn Gott es will.

Nach drei Monaten das Wunder: Es wurde tatsächlich ein Herz gefunden, das für Milena geeignet war. Anruf aus der Klinik bei BILD: „Übernimmt ,Ein Herz für Kinder‚ die Transplantationskosten von 40 000 Euro?“ Ja, BILD hilft, natürlich.

Vor der Transplantation sprach die Mutter in der Klinikkapelle zwei Stunden lang mit Gott. Sie wusste, eine verzweifelte Familie, irgendwo in Europa, weinte jetzt gerade um ihr Kind. Ihr eigenes Kind ist gestorben, aber die Eltern haben die Kraft, das Herz ihres Kindes zu spenden. Sie wollen, dass ihr Kind irgendwie weiterlebt. Dragana drückt ihre Tochter an sich: „Ich kann den Spender-Eltern nicht danken, ich kenne sie nicht. Ich weiß nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen war. Aber ich weiß, dass dieses Kind jetzt im Himmel ist. Und ich werde für seine Familie beten, solange ich lebe.“

An die schlimmste Zeit in Milenas Leben erinnert heute nur noch eine große Narbe und die Medizin, die sie nehmen muss. In regelmäßigen Abständen kommt sie nach Berlin zu Kontrolluntersuchungen, die ebenfalls von „Ein Herz für Kinder“ bezahlt werden.

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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