Neubau der chirurgischen Abteilung

Ruanda gehört zu den kleinsten, aber gleichzeitig auch ärmsten Ländern Afrikas. Durch den Bürgerkrieg und den 1994 folgenden Völkermord, bei dem in drei Monaten rund eine Million Tutsi und Huti getötet wurden, brachen Wirtschaft und Infrastruktur des Landes fast vollständig zusammen. Bis heute hat sich Ruanda noch nicht von dieser Auseinandersetzung erholt.

Noch immer lebt der Großteil der Bevölkerung in tiefster Armut. Mehr als die Hälfte der Ruander lebt von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Besonders prekär ist die Lage der Kinder: Tausende Kinder in Ruanda sind Waisen. Viele leben in extremer Armut. Fehlender Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung, Kinderarbeit und die Ausbreitung von HIV und Aids stellen nur einige der Kinderrechtsverletzungen in Ruanda dar.

Der neue OP-Trakt des Murunda-Hospitals (Foto: Privat)
Der neue OP-Trakt des Murunda-Hospitals (Foto: Privat)

Auch die medizinische Versorgung der Bevölkerung ist unzureichend. Die Kinder- und Müttersterblichkeitsrate ist sehr hoch. Vor allem auf dem Land fehlt es an Gesundheitszentren, qualifiziertem medizinischen Personal sowie an Medikamenten. Viele Menschen erkranken an Malaria, Tuberkulose oder schwerem Durchfall oder leiden noch an den Folgen von Krieg und Völkermord.

Um die mediznische Versorgung der Menschen zu verbessern, engagiert sich Interplast Germany e.V. in dem Land. Das neueste Projekt: der Neubau einer chirurgischen Abteilung im Murunda-Hospital im Rutsiro Distrikt.

Das Krankenhaus in Murunda wurde 1985 von der Diözese Nyundo gebaut und ist das einzige im Rutsiro Distrikt. Es ist für die dort lebenden 319 685 Menschen zuständig. Aufgrund der Bevölkerungs- und Altersstruktur besteht die Zielgruppe zu 75 Prozent aus Kindern und Jugendlichen.

Mittels der neuen chirurgischen Abteilung können pro Jahr rund 3000 Menschen (davon 2000 Kinder) operativ stationär und rund 8000 Menschen (davon 6000 Kinder) ambulant untersucht und behandelt werden. zuvor konnten jährlich nur rund 400 Personen allgemeinchirurgisch versorgt werden.

Es gibt bereits zwei gut ausgestattete Kliniken in Kigali und Butare. Und theoretisch besteht die Möglichkeit, Patienten im Falle von im Murunda-Hospital nicht behandelbaren Brüchen, Knochenmarksentzündungen, etc., dorthin zu überweisen. Fakt ist aber, dass die Bevölkerung, die zumeist von kleinsten landwirtschaftlichen Erträgen lebt, die Kosten für die Behandlung, für Medikamente und den Transport in die Städte nicht bezahlen kann. Alles, was im Murunda-Hospital nicht behandelt werden kann, bleibt daher unbehandelt.

Das Baugelände für die Klinik befindet sich in kirchlicher Trägerschaft und wird als Eigenleistung bereit gestellt. Mit den vorbereitenden Arbeiten (Abrissarbeiten alter Gebäude rund um die Klinik) und Maurer-Arbeiten im Erdgeschoss wurde bereits aus Eigenmitteln begonnen.

Damit die geplanten Maßnahmen schnellstmöglich abgeschlossen werden können, erklärte sich „Ein Herz für Kinder“ bereit, sich an den Baukosten zu beteiligen. Inzwischen ist der Trakt fertig gestellt, so wird nun insbesondere den kleinen Patienten  eine bessere medizinische Versorgung ermöglicht.

„Ein Herz für Kinder“

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