Neubau einer Schule in Pyapon

Myanmar ist eines der zwanzig am wenigsten entwickelten Länder der Welt – ein Land, das reich an Bodenschätzen ist, aber mit einer verarmten Bevölkerung. Leider sind die Konflikte mit den zahlreichen ethnischen Minderheiten noch immer nicht gelöst. Besonders davon betroffen sind Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern oder ein Elternteil (meist den Vater) verloren haben.

Die Lebensbedingungen für die Menschen insbesondere in den ländlichen Regionen sind extrem schwer. So auch in der Gemeinde Kani. Die Gemeinde Kani liegt im Deltagebiet des Ayeyarwady Flusses und wird in der Monsunzeit von heftigen Regenstürmen, die auch Überschwemmungen mit sich bringen, heimgesucht. Gelegentlich treten auch Erdbeben auf.

Der Verein „Myanmar Kinderhilfe e.V.“ ist seit über fünfzehn Jahren im Land in der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Es werden dort etwa 1300 Mädchen und Jungen erreicht, die in fünf Waisenheimen leben, beziehungsweise fünf Grundschulen besuchen. Darüber hinaus leistet der Verein im Falle von Katastrophen Sofort- und Wiederaufbauhilfe. So wurde nach den Zerstörungen durch den Zyklon Nargis in 2008, in dem über 100 000 Menschen im Deltagebiet ihr Leben verloren, kurzfristig und unbürokratisch die Versorgung von zwei Waisenhäusern sichergestellt.

In dem Ort Pyapon (Gemeinde Kani) gibt es gleich neben einem Waisenheim eine öffentliche Schule mit Grund-, Mittel-und Oberschule. 20 Lehrer unterrichten 590 Mädchen und Jungen aus Kani, den umliegenden Dörfern und aus dem Waisenheim. Für die 11 Klassen verfügt die Schule aber nur über 8 Klassenräume, sodass Jahrgänge zusammengelegt bzw. sich der Unterricht bis in die späten Abendstunden ausdehnt. Im Kreis Kani weist die Schule die besten Abiturergebnisse aller Schulen aus. Die Erfolgsrate von fast 60 Prozent liegt fast doppelt so hoch wie der nationale Durchschnitt von 30 Prozent.

Die Holzbauten der alten Schule stellen inzwischen erhebliches Risiko für die Kinder dar, in der Regenzeit dringt Wasser in die Klassenräume, die Toilettenhäuschen sind marode. Eine Wasserversorgung besteht nicht.

Da die Baufälligkeit so hoch war, plante der Verein den Bau eines neuen festen zweistöckigen Schulgebäudes in Massivbauweise. Das Gebäude bietet Platz für 12 Klassenräume und ein Lehrerzimmer. Auch wurde eine Wasserversorgung und neue Toiletten mit Senkgrube angelegt. Tische, Stühle und Wandtafeln wurden ebenfalls erneuert.

Der Neubau wurde auf dem erweiterten Grundstück der Schule errichtet. Die alten, abbruchreifen Schulgebäude wurden aus Sicherheitsgründen nicht mehr verwendet und abgerissen. Da sich die Gebäude in einem von Wirbelstürmen und Erdbeben bedrohten Gebiet befinden, mussten zahlreiche Maßnahmen zur Standsicherheit getroffen werden.

Die Kosten für den Neubau der Schule konnten nicht allein durch den Verein gesichert werden. Deshalb erklärte sich „Ein Herz für Kinder“ bereit, die Finanzierungslücke zu schließen. Alle Arbeiten konnten wie geplant durchgeführt werden. In der fertigen Schule, können die Kinder nun in einer sicheren und angenehmen Atmosphäre lernen und so Grundsteine für ihre Zukunft legen.

„Ein Herz für Kinder“

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