Neugeborenen-Intensivstation für Keren

Eritrea ist eines der ärmsten Entwicklungsländer mit rund 5 Millionen Einwohnern. Keren, die Hauptstadt des Distrikts Anseba, liegt 90 Kilometer von der Hauptstadt Asmara entfernt. Es gibt keine weitere Klinik nördlich von Asmara, die mit Chirurgen oder einer Gynäkologin ausgestattet ist, wie die Provinzklinik in Keren. Das Hospital mit nur einer Gynäkologin versorgt bis zu 2 Millionen Menschen. Sie müssen bis zu 240 Kilometer Weg auf sich nehmen, um das Krankenhaus zu erreichen.

Video: Geburtsklinik Keren

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Um die Versorgung der Schwangeren und der neugeborenen Kinder zu verbessern, wird auf Initiative des Vereins „ARCHEMED Ärzte für Kinder in Not e.V.“ mit Unterstützung von „Ein Herz für Kinder“ eine bedarfsgerechte Geburtsklinik gebaut. Die alten Räume waren nicht entsprechend ausgestattet und auch von der Anzahl viel zu gering.

Die Schwangeren, die ohnehin durch die schweren Lebensbedingungen ausgezehrt sind, kommen oft viel zu spät in die Klinik. Die Folge: Die Kinder leiden unter Sauerstoffmangel, werden zu früh geboren, sind bei der Geburt schwer krank und sterben. Dies erklärt die hohe Frühgeborenenrate und auch die Kindersterblichkeitsrate.

Video: Kindersterblichkeit in Eritrea

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Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Kindersterblichkeit bei 4 Todesfällen pro 1000 Geburten, in Eritrea dagegen bei 44. Zudem weist Eritrea die weltweit höchste Müttersterblichkeitsrate auf.

In der neuen Klinik sollen pro Jahr 700 bis 800 Kinder behandelt werden. Die Ärzte rechnen zudem mit 2500 Müttern, die jährlich in Keren entbinden. Dieses Projekt wird geschätzt jährlich 500 Kindern das Leben retten. Jede gerettete Mutter bedeutet durchschnittlich auch 4 Waisenkinder weniger im Land.

Dass eine qualifizierte Betreuung der Mütter und Kinder wichtig ist, zeigt die Erfolgsgeschichte der Klinik von Asmara, wo im Jahr 2003 eine entsprechende Neugeborenen-Klinik gebaut wurde. Starben zuvor noch 95 Prozent der Kinder, so überleben jetzt 95 Prozent der Frühgeborenen.

An die Klinik Asmara angeschlossen ist eine Schule, an der einheimische junge Ärzte, Schwestern und Hebammen ausgebildet werden, damit sie in Keren arbeiten können. Derzeit gibt es für das ganze Land nur 8 Gynäkologen. Außerdem soll in der Klinik auch ein umfassendes Präventionsprogramm angeboten werden. Themen: Familienplanung, Hygiene, Aufklärung hinsichtlich des Beschneidungsverbots, Versorgung der Neugeborenen und Ernährung. Gekoppelt daran ist ebenso ein Impfprogramm.

„Ein Herz für Kinder“

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