Papa schenkt Jaroslav ein zweites Leben

Eigentlich müsste er Jaroslach heißen…

Der kleine Mann strahlt die Welt an, als gäbe es keine Sorgen – dabei begleiten Schmerzen das kurze Leben von Jaroslav (1). Und erst jeztzt gibt es Hoffnung, dass er überhaupt weiterleben kann.

Weil Vater Anton (30) ihm eine Niere schenkt. Und Spender 70 000 Euro für die Transplantation in Köln aufbrachten!

Jaroslav leidet unter dem „Nephrotischen Syndrom“, einer Fehlfunktion der Nieren. Der Körper verliert das gesamte Eiweiß, wird verseucht. Sein Leidensweg: sieben Monate Kinderklinik in Kaluga (Russland), mit 30 000 Euro Kredit bringen ihn die Eltern sterbend nach Köln.

Im August 2014 werden beide Nieren entnommen, acht bis zehn Stunden hängt er täglich am Dialysegerät, wird künstlich ernährt. Mutter Elena (31): „Meistens wird es abends beim Schlafen durchgeführt.“

Jaroslav muss täglich zur Dialyse, weil seine Niere nicht mehr richtig arbeitet
Jaroslav muss täglich zur Dialyse, weil seine Niere nicht mehr richtig arbeitet (Foto: privat )

Die Nierenspende durch den Vater könnte endlich ein normales Leben ermöglichen.

Dafür musste „Jari“ aber bis Ende Mai knapp neun Kilo auf die Waage bringen. „Das Problem ist, dass er seit neun Monaten keine feste Nahrung, weder Proteine noch Vitamine, zu sich nehmen kann“, sorgt sich Vater Anton. Deshalb musste die OP schon einmal verschoben werden.

Jeden Abend beten die Eltern, dass der Leidensweg des Kleinen bald in Köln endet. Und Jaroslav weiter das Leben anlacht…

Familie braucht noch 30 000 Euro

Am 27. Mai wurde Jaroslav in einem abgesonderten Raum der Uniklinik Köln vorbereitet, damit Abwehrreaktionen des Körpers unterdrückt werden. Schließlich wurde das Organ des Vaters während eines mehrstündigen Eingriffs erfolgreich eingepflanzt.

Da die Niere des Vaters zu groß für den Kleinen ist, wurde sie am Anfang nur „angebunden“. Mehrere OPs sind später nötig, bis das große Organ im Bauchraum Platz findet. Die gute Nachricht aber vorerst: Die Niere arbeitet! Jaroslav hat sich gut von dem Eingriff erholt – auch die Nebenwirkungen der Immunsuppressionen versucht er so gut wie möglich zu verkraften. Die Ärzte sind mit dem postoperativen Verlauf dennoch sehr zufrieden.

Nach der Transplantation konnte Jaroslav endlich die Klinik verlassen – er erholt sich gut (Foto: Privat)
Nach der Transplantation konnte Jaroslav endlich die Klinik verlassen – er erholt sich gut (Foto: Privat)

Inzwischen konnte der Junge die Klinik verlassen. Die Familie bei der Jaroslav mit seiner Mutter wohnt: „Jaroslav  hat große Entwicklungsfortschritte trotz der eingreifenden Behandlung in den letzten 6 Wochen gemacht. Er hat viel Energie und ist unglaublich aktiv und kommunikativ. Und er isst endlich von der Hand in den Mund, Kekse, Bananen, alles was er mag.“

Die OP wurde durch Spenden u.a. von „Ein Herz für Kinder“ möglich, es werden aber weiter 30 000 Euro für die Nachsorge (Medikamente zur Immunsuppression) benötigt.

„Ein Herz für Kinder“

BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“
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