Der Engel von Haiti

Es herrscht Krieg! in Cité Soleil, dem berüchtigten Slum von Port-au-Prince (Haiti). Täglich sterben Menschen in Schießereien zwischen rivalisierenden Banden. Nur wenige Hundert Meter von den Brennpunkten der Gewalt hat das Team von Pater Richard ein Jahr nach dem Horror-Beben in Haiti ein neues Krankenhaus für die Ärmsten der Armen eröffnet.

Kranke, die zu schwach oder zu arm sind, um den Weg in eines der besseren Stadtviertel zu bewältigen, werden hier von einem Team aus vier Ärzten und fünf Krankenschwestern kompetent versorgt. Schwere Fälle werden in den Vorort Tabarre gebracht, wo sich die größeren Krankenhäuser der Organisation befinden.

Pater Richard, Priester und Arzt, der Engel von Haiti. Seit 27 Jahren kümmert er sich für die christlichen Kinderschutzorganisation „nph“ in Haiti um Waisenkinder.

Was 1987 mit dem Bau eines Kinderdorfs für Waisenkinder in Haiti begann, baute der aus den USA stammende Priester zu einem weit verzweigten Netzwerk von Einrichtungen aus, die den Ärmsten der Armen in Haiti neue Hoffnung geben: So betreibt ‚nph haiti‘ heute das einzige reine Kinderkrankenhaus in Haiti; 2008 kam ein ambulantes Behindertenzentrum hinzu und kurz darauf wurde ein großes Berufsbildungs- und Produktionszentrum in Betrieb genommen, um nur einige der großen Einrichtungen zu nennen.

Die doppelte Katastrophe von 2010: Erdbeben und Cholera

Die bisher größte Herausforderung für Pater Richard und sein Team war das verheerende Erdbeben, das Haiti im Januar 2010 verwüstete. Plötzlich vervielfachte sich die Arbeit, hundertausende waren verletzt, Millionen obdachlos. ‚nph haiti‘ kochte für Kinder in zwölf Zeltlagern, verteilte Zelte und Lebensmittel, ging mit mobilen Ärzteteams zu den Kranken und baute das medizinische Angebot mit Unterstützung von „Ein Herz für Kinder“ im Kinderkrankenhaus aus.

Während das Hilfswerk gerade eine neue Klinik für Erwachsenene errichtete, brach die Cholera aus, die Haiti seither nicht mehr aus ihrem tödlichen Griff enlässt. So gehört die tägliche Totenmesse ebenso zu den Pflichten von Pater Richard wie die wöchentliche Massen- Beerdigung namenloser Toter aus den Straßen von Port-au- Prince.

Auch wenn Pater Richard seit dem Erdbeben in Haiti viele schreckliche Dinge erlebt hat, die sich mit Worten nicht beschreiben lassen, so hat er nie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft für Haiti verloren. Der Pater „Die Lage in Haiti ist zwar immer noch katastrophal – es fehlt an so vielem, weil Politik und Wirtschaft nicht richtig funktionieren. Dennoch bewundere ich die Haitianer, die nicht verzweifeln, sondern weiterkämpfen.“

Gemeinsam mit den Helfern von nph hat der Pater vieles erreicht. Mehr als 30 Straßenschulen wurden eröffnet, an denen rund 10 000 Kinder lernen. Es gibt eine Berufsschule, im Zuge eines Wohnungsbauprogramms sind 140 neue Häuser in der Cité Soleil, dem ärmsten Teil von Port-au-Prince, entstanden.

Auch wenn der Wiederaufbau immer noch schleppend verläuft, sind es diese Erfolge, die den Pater stärken in seinem unermüdlichen Einsatz und Kampf für bessere Zukunftsaussichten der Haitianer. Doch um dieses Ziel zu erreichen, appeliert er an die Menschen: „Vergesst Haiti nicht. Lasst dieses Land nicht aus eurem Fokus, denn Hilfe wird immer noch dringend gebraucht.“

„Ein Herz für Kinder“

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