In einer Klinik mit HIV infiziert

Sein Wimmern trifft mitten ins Herz! Die kleinen Händchen von Ruslan (2) krampfen. Er sieht nicht, hört schlecht, liegt einfach nur da. Dabei konnte er vor einem Jahr noch „Mama“ sagen und lernte laufen.

Der Junge hat Aids im Vollstadium und Hepatitis! Er wurde durch eine Blutkonserve angesteckt. In seiner Heimat, einem Land in Osteuropa, wird auch in staatlichen Kliniken das Blut nicht untersucht, bevor es weitergegeben wird.

Sie hatte ihren Sohn mit Fieber und Krämpfen ins Krankenhaus gebracht. Angeblich etwas mit dem Stoffwechsel, Blut würde helfen, sagten die Ärzte. Die blasse junge Frau erinnert sich: „Ich packte 300 Dollar auf den Tisch. Mein Erspartes. Ich hoffte, dass es ihm bald besser geht. Ich wusste doch nicht, dass man ihm Aids-Blut spritzt…!“

Erst im Frühjahr hat die Frau ihren Mann durch einen Autounfall verloren, jetzt wird sie auch noch ihren Sohn verlieren. Doch die Germanistikstudentin muss offiziell schweigen. Die Gefahr, aufgrund der Anschuldigungen politisch verfolgt zu werden, ist zu groß.

Sie erzählt weiter: „Es ging ihm immer schlechter. Ich wusste nicht, wohin. Kein Arzt sagte mir, was er hat, aber überall wurde eine weitere medizinische Behandlung abgelehnt. Da bin ich mit einem Touristenvisum nach Leipzig. Meine Schwester lebt hier und sie sollte mir helfen. Ich konnte nicht mehr und war so allein mit der Angst.“

Der Kleine macht ganz langsam die Augen zu und wieder auf. Selbst diese kleinste Reaktion scheint Kraft zu kosten. In Leipzig sagte man der Studentin, dass das Kind unheilbar krank ist und nahm es auf. Jetzt bat sie das Kinderhospiz „Bärenherz“ um Unterstützung. Deutschland kommt für so einen „Fall“ nicht auf.

Im Hospiz hat Ruslan sein eigenes Zimmer, eine kleine grüne Plüsch-Schildkröte und einen CD-Player neben seinem Bett, der beruhigende Lieder spielt. Über eine Magensonde wird Ruslan Nahrung zugeführt.

Schwerstkranke Kinder und ihre Angehörigen werden hier rund um die Uhr betreut. Leiterin Heike Steinich (44): „Die Gehirnschädigungen sind nicht wieder rückgängig zu machen, aber wir wollen dem Jungen jeden Tag so angenehm wie möglich machen. Ruslan kann noch drei Monate leben, vielleicht auch drei Jahre. Das weiß niemand.“

Eine Physiotherapie würde helfen, doch dafür fehlt dem Verein, der sich aus Spenden finanziert, das Geld. Die Medikamente kosten monatlich über 2000 Euro. Auch das Visum läuft bald ab. Eine Juristin kämpft um die Verlängerung. „Ich kann nicht zurück, dann stirbt mein Kind“, sagt die Mutter.
BILD sammelte Spenden für Ruslan!

„Ein Herz für Kinder“

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