Bonner Ärzte retten Rwandk

Rwandk (15) ist mit einem Herzfehler auf die Welt gekommen. Dadurch leidet sie unter Atemnot, und jede Bewegung belastet sie immer mehr. Das Mädchen aus dem nordirakischen Erbil hat ein großes Loch in ihrem Herzen. Hinzu kommt, dass ihre großen Arterien falsch mit dem Herzen verbunden sind.

Auf das Schicksal des Mädchens wurden Professor Breuer und Dr. Bahman Esmailzadeh im vergangenen Jahr aufmerksam. Damals operierten sie ehrenamtlich eine Woche in Erbil Kinder am Herzen. „Dort haben wir 70 Kinder kennengelernt. Einige von ihnen haben zu komplexe Herzfehler, um sie vor Ort zu operieren. Rwandk ist eine von ihnen“, berichtet Professor Breuer.

Der komplexe Herzfehler muss unbedingt korrigiert werden, damit das Mädchen wieder ein normales Leben führen kann. Dieser Eingriff ist in ihrer Heimat aber nicht möglich. Daher möchten Ärzte des Universitätsklinikums Bonn mit Unterstützung von „Ein Herz für Kinder“ die Operation durchführen.

„Durch das Loch und die falsch anliegenden Arterien fließt das verbrauchte Blut wieder in die Körperschlagader zurück“, erklärt Professor Dr. Johannes Breuer, Direktor der Kinderkardiologie am Universitätsklinikum Bonn, die Situation von Rondik. Dadurch fließt nur noch sauerstoffarmes Blut durch den Körper. Daher hat Rwandk blaue Lippen und ist untergewichtig. Beim Treppensteigen kommt sie schnell außer Atem und braucht bereits nach einem Stockwerk eine Pause. Hinzu kommt, dass sie mit ihrer Familie in den Bergen lebt. Dort ist der Luftdruck niedriger als im Tal, und das Mädchen hat daher weniger Sauerstoff in ihrer Atemluft. Das bereitet ihr noch mehr Probleme bei all ihren Aktivitäten.

Damit Rwandk normal mit ihrer Familie leben kann, wollen jetzt Ärzte an der Bonner Universitätsklinik den Herzfehler korrigieren. Dabei verschließen sie das Loch in der Scheidewand zwischen rechter und linker Herzkammer mit einem Flicken aus Kunststoff. Außerdem leiten sie die großen Arterien um. „Das ist zwar knifflig, aber es wird gut funktionieren“, versichert Dr. Bahman Esmailzadeh, Kinderherzchirurg am Bonner Universitätsklinikum. Danach wird das Herz dann richtig arbeiten. Die linke Herzkammer wird das sauerstoffreiche Blut in den Körperkreislauf pumpen und die rechte Herzkammer das sauerstoffarme in den Lungenkreislauf.

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