Schule in San Miguelito erweitert

Im Nordwesten Nicaraguas, in der Provinz Chinandega befindet sich die kleine Gemeinde San Miguelito, bestehend aus 151 Familien mit insgesamt 640 Einwohnern. Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von der Land- und Viehwirtschaft.

Die dortige Grundschule wird zurzeit von 164 Kindern besucht. Im Hauptgebäude befinden sich drei Klassenräume. Dieser Bau wurde im Jahr 1998 durch einen nicaraguanischen Sozialinvestitionsfond finanziert. Auf Grund von steigenden Schülerzahlen hat die Gemeinde durch Eigenbemühungen und mittels eigenen Ressourcen ein weiteres Gebäude für die Verwaltung und eine Vorschule errichtet. Da jedoch immer noch großer Platzmangel herrscht, findet die sechste Klasse im Freien statt.

Deshalb brauchte die Schule in San Miguelito dringend ausreichende und geeignete Lernräume, um eine Lernumgebung zu schaffen, in denen sich die Kinder wohlfühlen.

An der Grundschule lernen  zurzeit von 164 Kinder (Foto: Privat)
An der Grundschule lernen zurzeit von 164 Kinder (Foto: Privat)

Der Verein Bildung.Bauen e.V. engagiert sich für die Schule und unterstützt den Bau zusätzlicher Klassenräume – nicht nur finanziell sondern auch vor Ort mit fachlichem Wissen. Der der Verein ist eine Gruppe von jungen Architekten, Ingenieuren und Nicaragua-Verbundenen, die ehrenamtlich für das Projekt tätig sind. Da die finanziellen Mittel des Vereins aber nicht gänzlich ausreichten, erklärte sich „Ein Herz für Kinder“ bereit, das Vorhaben zu unterstützen und die Finanzierungslücke zu schließen. Inzwischen konnten die geplanten Arbeiten erfolgreich abgeschlossen werden.

Für den Bau des neuen Schulgebäudes wurde die traditionelle Lehmbautechnik, der sogenannte Wellerlehmbau angewendet. Dabei wurde der Lehm ohne Schalung aufgeschichtet und anschließend geglättet. Lehm gehört zu den ältesten traditionellen Baustoffen weltweit – auch in Nicaragua. Er ist leicht herstellbar, denn die Grundmaterialien, aus denen er besteht, sind stets vor Ort zu finden: Erde und Stroh. Als Mittel zur Gewinnung und Weiterverarbeitung können die gleichen Werkzeuge wie zur Feldbearbeitung verwendet werden. Damit ist Lehm ein erschwinglicher und zugleich ökologischer Baustoff. Zu seiner Gewinnung sind keine langen Transportwege notwendig, und er ist vollständig recycelbar.

Mit dem Boom der industriell hergestellten Baumaterialien ist in vielen Ländern das Wissen über traditionelle Lehmbauweisen weitgehend verloren gegangen. Das trifft auch für Nicaragua zu. Grundsätzlich ist der Lehmbau unter der ländlichen Bevölkerung in Mittelamerika bekannt, ist aber auf technische Innovationen angewiesen.

Die Bewohner der Gemeinde von San Miguelito waren sehr engagiert und motiviert. Durch ihre aktive Beteiligung und die Bereitstellung von Baumaterialien haben sie einen entscheidenden Beitrag beim Ausbau der Schule geleistet.

„Ein Herz für Kinder“

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